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Filmproduktion und Gerätehersteller:

Das Pathe-Imperium

Von Siegbert Fischer

Über die Geschichte der Filmtechnik ist viel geschrieben worden - alle paar Jahre erscheint ein neues Buch und immer taucht darin der Name Pathe auf, der sich aber dann, je weiter man liest, immer mehr verwischt, undeutlicher und verschwommener mit zunehmender Jahres- und Seitenzahl wird. Das Ende des Pathe-Imperiums kann man dann nur noch erahnen. Der Sammler kinematographischer Geräte kommt da ein Stück weiter. Pathe als Kamera- und Projektorhersteller ist noch bis Mitte der siebziger Jahre vertreten.

 

Das Elternhaus der Gebrüder Charles, Emile, Theophile und Jacques Pathe stand im Elsass, in Chevry-Cossigny. Dort wurde der zweifellos führendste Kopf der Brüder, Charles, im Jahr 1863 geboren. Man erzählt sich, daß Charles nur sonntags Schuhe trug, die Schuhe seiner Mutter nämlich - für den Kirchgang. Mit 26 Jahren wanderte er nach Argentinien aus und kam zwei Jahre später genauso arm wieder zurück. Mit Hilfe seines Vaters - zu der Zeit Metzger in Vincennes - eröffnete er ein Restaurant; nach anderen Darstellungen arbeitete er allerdings als Büroangestellter. Auf der Messe in Vincennes entdeckte er 1894 den Phonographen von Edison. Er kaufte die Wundermaschine für ca. 1.000 Francs - das entsprach etwa sechs Monatsgehältern - und zog mit seiner Frau über die Jahrmärkte, wo er gegen Bezahlung das Gerät vorführte. Er soll 200 Francs pro Tag damit verdient haben. Dieses Geld war der Grundstock für das Pathe-Imperium.

 

1896 gründeten die Brüder Pathe „La Companie des Etablissements Pathe-Freres". Als Emblem wählten sie den gallischen Hahn. Theophile und Jacques zogen sich aber angeblich bei ersten Schwierigkeiten aus dem Geschäft zurück. Dennoch taucht später die Firmenbezeichnung „Th. Pathe" auf. 1897, am 27. Dezember, das Datum ist historisch, stieg der Industrielle Grivolas bei den Brüdern Charles und Emile mit einer Million Francs ein (nach anderen Quellen mit 100.000 Francs). Claude Grivolas gehörte zur Industriegruppe Neyret. Emile Pathe übernahm den Vertrieb der in England gebauten Phonographen für Frankreich. Sein Bruder Charles widmete sich der Cinematographie. Von einer US-Reise brachten sie den Vertrag mit, der es ihnen erlaubte, den Edison-Phonographen, das Kinetoscope (Guckkasten zur Betrachtung von Filmen für eine Person) und einige Filme von Edison zu vertreiben.

 

1897 kaufte Pathe auch die Rechte an den cinematographischen Erfindungen der Gebrüder Lumiere, die nicht an die Zukunft des bewegten Bildes auf der Leinwand glaubten, während Charles Pathe davon überzeugt war, daß der Film die Welt erobern würde. „Kino wird Theater, Zeitung und Schule von morgen sein", soll Charles Pathe gesagt haben. Die eigene Filmproduktion, unabhängig von Edison, begann. Pathos Apparate konstruierte anfänglich der Mechaniker Henry Joly, von dem er sich aber bald trennte, da Joly in den Verdacht geriet, auch für einen Konkurrenten zu arbeiten.

 

Es wurden Filme von ca. 20 Metern Länge gedreht, wie z.B. „Ali Baba und die 40 Räuber", „Die Affäre Dreyfuß" oder „Die Eroberung der Luft". Auch handcolorierte Filme waren sehr bald im Angebot der Firma Pathe. Man entwickelte ein System zur maschinellen Colorierung mittels Schablonen. Erfinder war Segundo de Chomon, ein Angestellter Pathes in Barcelona.

 

In Chatou wurde ein Werk für die Aufnahme und das Pressen von Walzen errichtet. Später stellte man auf Schallplatten um. Ferdinand Zecca (1864-1947) hatte einige Walzen bei Pathe besprochen. Er stammte aus einer wandernden Artistenfamilie, war Schauspieler, Schausteller und Künstler, der nie auf großen Bühnen stand, sondern auf Jahrmarkten dem „gemeinen Volk" seine Kunst vorführte. Pathe betraute ihn mit der Filmproduktion und Zecca war ein ausgezeichneter Kenner des Vorstadtgeschmacks. Seine deftig-derben Filme waren erfolgreich und standen im krassen Gegensatz zu den Filmen von Georges Melies (1861-1938), dem Besitzer und Direktor eines Pariser Varietetheaters. Er hatte 1898 in Montreuil ein Aufnahmeatelier gebaut und verfilmte Theaterstücke. Feen, Theaterdekoration und Zaubereien waren sein Genre (z.B. „Die Reise zum Mond").

 

Die Filmkopien wurden damals nicht verliehen, man verkaufte sie für 80 bis 250 Mark - auch Raubkopien waren bereits durchaus üblich. Etwa 30 Kopien eines Films waren nötig, um die Produktion zu finanzieren. Pathe aber fertigte und verkaufte Hunderte, teilweise Tausende von Kopien. Bald war Pathe marktbeherrschend. Die Firma kopierte 1905 täglich mehr als 12 Kilometer Film. Die Gewinne waren in der neun Jahre alten Firma unvorstellbar hoch. Der Filmhistoriker Professor Georges Sadoul rechnete vor, daß Ende Januar bereits die Jahreskosten verdient waren. Gratisaktien an den Aufsichtsrat wurden verteilt und der gallische Hahn krähte frech. Und immer noch befand sich der Film in der Epoche des Jahrmarkts. Das Risiko für den Schaubudenbesitzer war mit dem Film wesentlich geringer: er brauchte keine Artisten zu bezahlen oder teure Tiere zu füttern. Ein Projektor und einige Filme genügten.

 

Bis 1914 kaufte Deutschland bei Pathe für über fünf Milliarden Mark Filme, das ist mehr als Frankreich an Deutschland als Kriegsentschädigung für 1871 zahlen mußte. In Deutschland warnte man vor dem verderblichen Einfluß des Films und die Theaterdirektoren verlangten vom Staat, daß eine Steuer erhoben werden sollte. Welcher Politiker kann da widerstehen? Von dieser Steuer waren aber später die Theaterleute genauso betroffen - die Vergnügungssteuer (vorher Kinosteuer genannt) wurde in Deutschland eingeführt.

 

Die nach 1912 gedrehten Filme wurden länger, 30 bis 40 Minuten waren keine Seltenheit. Es wurden auch Filme von freien, nicht angestellten Kameramännern gekauft. Fünf bis zehn Francs pro Meter Negativfilm waren ein allgemein übliches Honorar.

 

Mit Hilfe von Lelievre, einem Vertrauensmann einer Großbank, stellte Pathe den Verkauf seiner Filme ein und ging auf das System des Verleihs über. Firmen unter der Aufsicht Pathes verliehen die Filme. Nur Kinoketten wurden beliefert. Das bedeutete auch das Aus für die kleinen Wanderkinos und Schausteller. Lichtspielhäuser, in der Regel gebunden an den Filmhersteller, entstanden. Die Dreiteilung Produktion, Verleih, Theater war damit erreicht. Anerkannt wurde diese Praxis im „Congres des Dupes" 1909.

 

Bis zur Jahrhundertwende war das „bewegte Bild" eine technische Sensation; Zuschauer war der wohlhabende, interessierte Bürger. Die Jahrmarktphase des Films war ein Übergang. Die zahlungskräftigen Bürger und die Lohnempfänger mussten später wieder für den Film begeistert werden. Das Lichtspielhaus, anders als das Arbeiterkino, musste dem Theater und der Oper ebenbürtig sein und die Logen im Kino „bewahrten" den Gutsituierten davor, neben dem Proletarier zu sitzen. Das erste Massenmedium war mit dem Film und dem Kino entstanden. Im Vordergrund war nicht die künstlerische Arbeit, was gern dem kommerziellen Kino unterstellt wird, im Vordergrund stand und steht heute noch, wie bei jeder anderen Ware auch, das Geld. Das Motto lautete simpel: „Arbeite fleißig, dann gehst du abends ins Kino zur Entspannung, wir produzieren und projizieren deinen Traum, damit du am nächsten Tag wieder fleißig und gehorsam arbeiten kannst."

 

Bereits 1902 gründete Pathe in England, und später auch in anderen Ländern, eigene Studios. Trotz der Größe des Pathe-Imperiums errichtete Leon Gaumont, der zuvor im Kamerabau tätig war, 1905 mit Hilfe eines Kredits der „Banque Suisse et Francaise" das damals größte Filmstudio der Welt auf den Buttes-Chaumont. Die Sekretärin Gaumonts, Alice Guy-Blache, wurde mit der Filmproduktion betraut und war somit der erste weibliche Regisseur. Während Gaumont für Pathe eine ernste Konkurrenz darstellte, standen die Studios von Eclair, Eclipse, Lux, Lion etc. im Schatten der beiden großen Firmen. Die Filmemacher entdeckten auch sehr schnell den dokumentarischen Wert des neuen Mediums. 1905 brachte Pathe das „Pathe-Journal" heraus und 1909 in Großbritannien die „Pathe-Gazette", 1911 „Pathe Weekly" in USA, eine verfilmte Zeitung, die erste Wochenschau und in Paris wurde ein Kino nur für die aktuelle Berichterstattung eröffnet. Wenngleich auch behauptet wird, Pathe sei der Erfinder der Wochenschau, so muß doch betont werden, daß bereits bei den Gebrüdern Lumiere wochenschauähnliche Filme gedreht wurden, z.B. die Krönung Zar Nikolaus II. im Jahr 1896.

 

1908 wird die Firma „Compagnie des Etablissements Pathe Freres" in „Societe Pathe Cinema" umbenant. Im gleichen Jahr, in einer der zahlreichen Wirtschafts- und damit auch „Filmkrisen", gründeten Pathe und andere vor allem mit Hilfe der Brüder Laffitte und der „Comedie Frangaise" den „Film d'Art" und auch die „Societe Cinematographique des Anteurs et Gens des Lettres (SCAGL)". Das Ziel war die Schaffung eines anspruchsvolleren Films, der stärker das Bürgertum an die Streifen binden sollte. Hier treten erstmalig bekannte Schauspieler unter Nennung ihres Namens im Film auf. Bis dahin blieben die Darsteller anonym. 1908 hatte in Deutschland der Bühnenverein seinen Mitgliedern verboten, bei Filmen mitzuarbeiten und Zeitungsüberschriften wie: „Der Kinematograph von heute - eine Volksgefahr" (Berlin 1913) waren keine Seltenheit. Viktor Noak schrieb 1913 in seinem „Aufruf gegen das Kinounwesen": „So ein passionierter Kintoppschleicher gleicht, nachdem der obligate Schlager seines Stammkinos ihn in das übliche Stadium der Gehirntaubheit versenkt hat, dem des Destillenbruders gleich...".

 

Der Kunstfilm, besser gesagt der künstlerische Film (Film dNArt), hatte bis auf „Die Ermordung des Herzogs von Guise" wenig kommerziellen Erfolg. Er befreite aber den Film vom Odium des Plebejerschauspiels und ermöglichte die eigene Gattung Film. Pathe war aber mit Sicherheit kein Kunstmäzen. Er wollte nur Einfluß und Kontrolle ausüben, um Geld zu verdienen. Auch bei der Gründung von SCAGL ging es ihm wohl nicht um Höheres. Die Rechte an neuen Theaterstücken und Romanen wollte er sich über den Schriftstellerverband vor der Konkurrenz sichern. Billiger war es dagegen, Bibelthemen zu verfilmen, was man auch reichlich tat; man hatte keine Tantiemen dafür zu zahlen.

 

Pathe stellte ab 1910 auch Kameras und Projektoren für den Verkauf her, die von Continsouza in Belleville gebaut wurden. Damit wurde der Firma ein weiterer Geschäftsbereich angegliedert. Dieses Unternehmen nannte sich „Manufacture francaise d'appareils de precison", an der Pathe, Continsouza und Grivolas beteiligt waren. Bemerkenswert ist die Taktik Pathes: erst baute man Projektoren und lieferte dazu Filmkopien auch für den Hausgebrauch.

 

Pathe-Projektoren waren auch in Deutschland stark vertreten. Eugen Bauer aus Stuttgart sollte 1907 einen Pathe-Projektor reparieren und kam dabei auf die Idee, selbst Projektoren zu bauen. Auch Elsasser in Berlin entwickelte 1908 einen „Projektor F" in Pathe-Ausführung. 1912 baute „Erdmann und Korth" (ERKO) in Berlin Pathe-Projektoren den deutschen theaterpolizeilichen Vorschriften nach um, und Messter in Berlin lieferte angeblich schon 1905 an die Firma „Th. Pathe" (Theophile Pathe?) Laufwerke für Projektoren. Die Filmkamera Pathe Professionel wurde ab 1910 frei verkauft und war in allen Filmstudios der Welt zu finden. Heute berühmte Filme wurden mit Pathe-Kameras gedreht.

 

Ein genormtes Filmformat gab es noch nicht, man wollte es auch nicht, jeder hatte mehr oder weniger seine eigene Perforation und Filmbreite, was als Markenzeichen zu dieser Zeit betrachtet wurde. So konnte man seine eigenen Projektoren und Kameras verkaufen. Dennoch, Georges Melies machte 1908 den Vorschlag der Normung der Filmperforation. Seine Idee wurde aber, wie nicht anders zu erwarten war, abgelehnt.

 

Bereits 1906 baute Charles Pathe in Joinville le Pont eine 15.000 Quadratmeter große Fabrik zur Filmproduktion und zur Bearbeitung. Insgesamt entstanden sieben Studios auf diesem Gelände. In dieser Fabrik wurden später auch die Pathe-Kameras produziert. 1912 beschäftigte die Firma 5.000 Angestellte in Frankreich und 1.500 in Europa und Amerika. Pathe verkaufte vor dem Ersten Weltkrieg mehr Filme in die USA als alle amerikanischen Produzenten zusammen herstellten. Pathes Macht war zu dieser Zeit stärker als die Hollywoods.

 

Filme mit Zwischentiteln erschienen ab 1907. Daraufhin streikten die Rezitatoren (Filmerklärer) in den Kinos, ihr Arbeitsplatz war gefährdet. Das Publikum wollte keine Unterbrechung des Films durch Texte, zumal ein großer Teil der Zuschauer damals nicht lesen konnte. Dennoch setzten sich Zwischentitel durch und wurden zum Teil kunstvoller bearbeitet als der Film selbst. So konnte man die Laufzeit durch Texte billig bis zu 50 Prozent strecken.

 

Ab 1908 (andere Quellen sprechen von 1905) stellte die Firma „Pathe Cinema" in Vincennes eigenes Filmmaterial her. Damit war das Filmmonopol von Eastman in Europa gebrochen. Voran ging eine Studie, die Charles Pathe erstellen ließ. Das Ergebnis lautete: 50 Centimes muß Pathe pro Meter Rohfilm bezahlen, der nur drei Centimes in der Herstellung kostet. Eastman in USA produzierte 95 Prozent des damaligen Filmmaterials. Davon kaufte Pathe fast die Hälfte. Weitere Hersteller waren Lumiere in Lyon und Blair in England. Pathe kaufte die englische Firma Blair, bildete dort sein Personal aus und produzierte dann in Vincennes. Interessanterweise geht später der französische Filmhersteller Lumiere im englischen llfordkonzern auf. Der Bildstrich beim 35-mm-Film wurde von Pathe zwischen die Perforationslöcher gelegt, was bis heute beibehalten wurde.

 

1908 kam Melies in Geldschwierigkeiten. Pathe sprang ein, ließ sich aber als Garantie die Studios und Theater überschreiben. Traurig über die später erfolglosen Melies-Filme war Pathe bestimmt nicht. Er liquidierte die Firma kurzerhand und aus den Celluloidfilmen Melies wurden Kämme und Zahnbürsten hergestellt. Nur wenige seiner Filme blieben erhalten. Nach anderen Berichten soll Melies seine Filme selbst im Garten verbrannt haben, nachdem er 1923 den Prozeß gegen Pathe verlor.

 

Nach einer Vorführung alter Filme in Paris, bei der auch Melies' „Die Reise zum Mond" gezeigt wurde, war das Publikum so begeistert, daß man den Produzenten suchte. Drei Jahre später, 1928 entdeckten Reporter den inzwischen verarmten Georges Melies im Bahnhof von Montparnasse als Spielzeugverkäufer (nach anderen Quellen als Süßwarenverkäufer). Das „Star-Filmstudio" von Georges Melies bestand nur bis 1912. Noch einmal, nur für einen kurzen Augenblick, genoß er den Ruhm.

 

1912 entwickelte man bei Pathe den 28 mm Pathe-Kok Film, einen schwer entflammbaren Sicherheitsfilm. Kinobrände mit vielen Toten durch den Celluloidfilm waren keine Seltenheit. Hauptproblem bei der Konstruktion von Projektoren waren die Filmführung und Filmkühlung zur Vermeidung von Bränden. Der Film ist mit Wasser nicht zu löschen, neben Kohlendioxid entsteht beim Brand auch Blausäure. Der Kok-Film hatte auf einer Seite nur ein und auf der gegenüberliegenden Seite vier Perforationslöcher pro Bild, damit der Film seitenrichtig in den Projektor eingelegt werden konnte. Durchgesetzt hat sich dieser Filmtyp jedoch nicht. Dagegen war die Einführung des Sicherheitsfilms dringend notwendig. Es gab aber noch einige Probleme; insbesondere die starke Rollneigung des Acetatfilms schränkte die Verwendung ein.

 

Im gleichen Jahr ließ Pathe in Berlin-Tempelhof in der Oberlandstraße durch die Firma Duskes (Hersteller von Projektoren) das Literaria-Atelier bauen, einen treibhausähnlichen Bau mit einer Grundfläche von 20 mal 40 Metern und 12 Metern Höhe, der später noch erweitert wurde. Dieses Studio übernahm 1917, also schon fünf Jahre darauf, der deutsche Filmproduzent Messter.

 

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges kam die Firma Pathe zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die nicht nur durch den Krieg bedingt waren. Dänemark und Italien traten nicht nur als Filmproduktionsländer auf und machten Pathe dadurch ernsthafte Konkurrenz, sie entwickelten den Film weiter und brachten neue Ideen ein - wie z.B. durch die Asta-Nielsen-Filme. Das Filmland USA (Hollywood) produzierte und exportierte. Pathe hatte sich zu wenig um die Produktion und Weiterentwicklung des Films als Medium gekümmert. 1918 kam das Ende der Pathe-Firmen und -Studios: SCAGL, Film d'Art, Literaria-Berlin, Pathe-London und Pathe Exchange New York. Die Geldgeber fehlten, das Risko mit dem Film wirklich Geld zu verdienen, war in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit zu hoch, zumal man eine „künstlerische" Weiterentwicklung versäumt hatte. Pathe schloß die Pathe-Baby-Projektor für 9,5mm-Film Firmen und widmete sich mehr dem Filmverleih. 1920 wurde „Pathe Consortium Cinema" gegründet, wo man sich vor allem um den Verleih und die Kinos kümmerte. Die amerikanische Rohfilmfabrik Pathes „Pathescope" wurde an Dupont de Nemours verkauft. Und nach einem Treffen von Charles Pathe mit George Eastman am 28. Juli 1927 wurde aus dem Filmhersteller Pathe die Firma Kodak-Pathe. Eastman zahlte für 51 Prozent der Anteile an Pathe 200 Millionen Francs. Der Name Pathewurde im Begriff Kodak-Pathe beibehalten, vor allem, um den nationalbewußten Franzosen als Kunden nicht zu verlieren. Pathe hatte jedoch keinen Einfluß mehr auf die Firma.

 

1928 ging die Firma Gaumont endgültig von Frankreich nach England und die Macht in der französischen Firma Pathe übte dann die amerikanische „First National" aus. 1929 mußte sich der Hasardeur Charles Pathe aus der Firma zurückziehen, nachdem er seine Rechte an Bernhard Nathan, dem Direktor von Rapid-Film aus der Finanzgruppe „Bauer und Marchai" verkauft hatte. Die Firma wurde in Pathe-Nathan umbenannt. In den 64 Pathe-Kinos liefen amerikanische Streifen. Nathan's Ziel war die Übernahme der deutschen Emelka. Nicht die Filmproduktion, die Lichtspielhäuser in Berlin, Hamburg, Leipzig, Köln und München hatten es ihm angetan. Zehn Jahre später, 1939, brach diese Firma zusammen. Einige Bankiers und unter anderem auch Lafayette (Kaufhaus) gründeten dann die „Societe Nouvelle Pathe-Cinema" mit dem Ehrenvorsitzenden Charles Pathe, die vor allem ab 1944 im Filmvertrieb tätig wurde. Und Bernhard Nathan? Ihm wurde 1941 unter der deutschenBesatzung der Prozeß gemacht. Durch eine antisemitische Pressekampagne wurde ihm die Verantwortung für den Zusammenbruch des Pathe-Imperiums angelastet. Nathan verlor die französische Staatsbürgerschaft und wurde 1942 nach Auschwitz deportiert und getötet. Die Gerüchte verstummten nie, daß Nathan nur der Strohmann für eine hinter den Kulissen agierende Finanzgruppe gewesen ist. Wohin die enormen Geldbeträge des Pathe-Konzerns geflossen sind und welche Finanzmanipulationen durchgeführt wurden, ist nie geklärt worden.

 

1955 entstand in einer Gemeinschaftsproduktion „Du Rififi chez les hommes", der in Deutschland unter dem Namen „Rififi" lief. Und 1957 wurde mit Jean Gabin „Die Elenden" nach dem Roman von Victor Hugo verfilmt. Im gleichen Jahr entstand auch der Film „Die Hexen von Salem" in Zusammenarbeit von Pathe mit der DEFA nach dem Bühnenstück von Arthur Miller. Jean Paul Sartre bearbeitete das Drehbuch für den Film. Am 24. Dezember 1957 starb Charles Pathe in Monaco.

 

„S.N. Pathe Cinema" stellte 1958 in einer deutschfranzösischen Gemeinschaftsproduktion „Casino de Paris" mit Caterina Valente und Gilbert Becaud her. Pathe produzierte kaum mehr allein, vielmehr wurde Pathe wichtiger Coproduzent, der sich ab 1960 auch bei der Produktion von Fernsehfilmen engagierte.

 

Pathe betrieb von 1970 bis 1983 die eigenen und die Kinos von Gaumont. Nach mehrfachem Besitzerwechsel nach 1980 gehörte „Pathe Freres" dann zur Finanzgruppe „Chargeur", die aus dem Bereich des Textilhandels stammte und weit verzweigt im Medienbereich agierte. 1990 kaufte Pathe
Communications (Besitzer ist Giancarlo Paretti) „MGM" (Metro Goldwyn Mayer) für 1,3 Milliarden Mark. Paretti konnte aber sein aufgenommenes Darlehen nicht zurückzahlen, so ging MGM wieder an die Gruppe um Kirk Kerorian.

 

Aber noch in einem anderen filmischen Zweig gelang es Pathe, seinen Namen populär zu machen und damit auch viel Geld zu verdienen. 1921 brachte Pathe den 9,5-Millimeter-Film mit Mittenperforation und den dazugehörenden Projektor auf den Markt. Das 9,5mm-Format war der erste wirkliche Schmalfilm, damals „Kleinfilm" genannt. Er löste die Welle des Amateurfilms aus, machte das Filmen für fast jedermann erschwinglich. Wahrscheinlich hatte das Filmformat seinen Ursprung im 28 mm Pathe-Film. In Deutschland verzögerte sich die Auslieferung, da man Patentprobleme mit Ernemann bzw. Zeiss-Ikon (17,5 mm Mittenperforation) bereinigen mußte.

 

Natürlich konnte man auch gleich Filmkopien für die 9,5 mm Projektoren erhalten. In drei Größenklassen wurden die Kopien geliefert: 10, 20 und 100 Meter. Entweder kaufte man die Filme oder lieh sie im Geschäft drei Tage lang aus - für etwa zehn Prozent des Kaufpreises. Die Filmkamera Pathe-Baby war eine Entwicklung von Roger Pathe (nach anderen Quellen soll sie von Ferdinand Zecca stammen, was bedingt durch die bisherige Tätigkeit Zeccas unwahrscheinlich klingt, da er künstlerischer Oberleiter war - die erste „Quo Vadis" Verfilmung von 1901 stammte von ihm). Diese Kamera wurde in Deutschland erst 1923 verkauft. Bis dahin hatte man in Frankreich bereits 30.000 Geräte in den Handel gebracht. Die Bakelitkassette war mit 8,5 Metern Film für eine Minute Aufnahmedauer geladen. Der Rohfilm für die eigenen Aufnahmen war nur geringfügig billiger als die Spielfilmkopien. Man hatte die Wahl zwischen Umkehrund Negativfilm. Bei zwei Umdrehungen mit der Handkurbel wurden 16 Bilder aufgenommen. Auch zwei ansetzbare Federwerksmotoren (Motrix und Camo) mit unterschiedlicher Federkraft waren im Angebot. Sie sollten das Filmen aus freier Hand ermöglichen. Nachteilig waren aber das hohe Gewicht und der Preis. Die Motoren kosteten fast genauso viel wie die Kamera. Das Zählwerk zeigte nicht die Meterzahl an, sondern die Anzahl der Bilder in Hundertergruppen bis 1.200.

 

1926 kam die Weiterentwicklung der „Baby" heraus, die „Pathe-Moto-Kamera", eine Kameraserie mit eingebautem Federwerk. Diese Kamera mit etwas größerer Kassette wurde mit verschiedenen Objektiven geliefert (Pathe 3,5/20 mm, Zeiss Triotar 2,9/20 mm, Zeiss Tessar 2,7/20 mm, Krauss-Cellix 2,7/20 mm etc.). Eine Besonderheit waren die sogenannten Stillstandskerben am Filmrand. Der Projektor stoppte bei dieser Kerbe für eine gewisse Zeit und das Einzelbild wurde zum Beispiel für Zwischentitel oder auch für Landschaftsaufnahmen ohne Bewegung projiziert. Nachteilig war aber die starke Erhitzung des Einzelbildes, die zu einer Bildwölbung und damit zur Unscharfe oder gar zum Filmbrand führte. (Agfa und Elmo bauten ein ähnliches System 1975 in die „Family-Kamera" bzw. die „Elmo-Album" ein.)

 

Ein reichhaltiges Zubehör kam auf den Markt und war der kostenlosen Hauszeitschrift „Pathex" zu entnehmen: Schneidegeräte, Filmkitt, verschiedene Tanks für die Entwicklung, Umrollvorrichtungen, Reklamezusatzeinrichtung für die Filmprojektion im Schaufenster, ein Pathe-Ol zur Pflege der Geräte, Belichtungsmesser und Tabellen, Motoren zur Nachrüstung und sogar ein ganz einfacher Projektor für den Filmnachwuchs, der Pathe-Kid-Projektor. Überall entstanden Pathe-Niederlassungen zur Bearbeitung des 9,5 mm Films, so auch 1926 Pathex in Düsseldorf. Das gewaltige Pathe-Filmarchiv mit mehr als 1.000 verschiedenen Filmtiteln wurde später, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, von deutschen Truppen völlig sinnlos zerstört. Tausende Filme, zum Teil auch Produktionen der Ufa, mit der man einen Kopiervertrag geschlossen hatte, wurden verbrannt.

 

Bis zum Zweiten Weltkrieg hat Pathe ca. 15 verschiedene Kameras und genauso viele Projektoren herausgebracht. Viele Kamerahersteller übernahmen das 9,5 mm Format oder bauten in Lizenz von Pathe Kameras, z.B. Bolex, Eumig, Beaulieu, Cinegel, Campro, Dekko, Ditmar, Ercsam, GIC, Kern, Lehmann, Midget Movies, Meopta (damaliger Name: Suchanek), Miller, Nizo, Screnus, Ligonie, Universel, etc. Es gab sogar 1938 eine japanische 9,5 mm Kamera namens „Cine Rola". Auffallend ist: kein amerikanischer Kamerahersteller brachte je eine 9,5 mm-Kamera auf den Markt - die Macht Kodaks. 1923 in den USA und 1924 in Deutschland erschien der 16 mm Film von Eastman Kodak als Amateurfilm, also drei Jahre nach der Einführung des 9,5 mm Films.

 

1926 kam der 17,5 mm Pathe-Rural-Projektor heraus, aber erst 1930 die Kamera dafür, die Rex-Motorkamera, 1934 der Pathe-Home-Talkie-17,5 mm-Tonfilmprojektor für Lichtton. Dieses neue 17,5 mm Material war wohl als Antwort Pathes auf Kodaks 16 mm zu verstehen. Mitte der zwanziger Jahre waren insgesamt neun Filmformate auf dem Markt: 35 mm, vier verschiedene 17,5 mm-Systeme, zwei verschiedene 28 mm-Varianten, 16 mm und 9,5 mm. Das Preis-Leistungsverhältnis beim 9,5 mm Film war ideal. Der geringe Platzbedarf für die Perforation ermöglichte die Ausnutzung der gesamten Filmbreite. Das Bild war fast genau so groß wie beim 16 mm Film, kostete aber nur etwa halb so viel. Das ilmmaterial stammte für beide Formate zum Teil aus der gleichen Fabrik. Gezielt wurden aber „Parolen unter das Volk gestreut" wie: der Mittengreifer zerkratzt den Film, 9,5 mm hat ein gröberes Korn, schlechtere Farben, nicht jedes Geschäft führt den Film etc. Es ging soweit, daß selbst renommierte Fachschriftsteller von einem „veralteten Format" sprachen. Der Autor Joachim G. Staab schrieb 1978, daß er einen Bericht über „9,5 mm" im Jahr 1958 unter Pseudonym schreiben mußte, da er Repressalien zu befürchten hatte. Daß sich 9,5 mm in Deutschland nach 1945 nicht mehr durchsetzen konnte, lag natürlich auch an dem schlechten deutsch-französischen Verhältnis und der geringen Reklame von Pathe in Deutschland, zumal Pathe nicht mehr über die Mittel verfügte, die für eine entsprechende Werbung notwendig gewesen wären.

 

Ab 1937 produzierte Pathe Tonfilmgeräte. Im gleichen Jahr starb Emile Pathe, der sich schon zehn Jahre vor seinem Tod aus dem Geschäft zurückgezogen hatte. Die Firma wurde als Pathe Marconi weitergeführt und produzierte noch in den fünfziger Jahren Rundfunk- und Tonbandgeräte sowie Schallplatten und später auch Fernsehgeräte. Marconi war damals einer der führenden Hersteller von Elektrogeräten und auch Tonfilmprojektoren. Der Ursprung der Firma geht auf den Nobelpreisträger Marconi - Erfinder der drahtlosen Telegraphie - zurück.

 

Am Ende des Zweiten Weltkrieges kommt der Prototyp der 16 mm Kamera Pathe-Webo heraus. Die Bezeichnung ist zusammengesetzt aus den Namen der Konstrukteure, dem Schweizer Jean Wesbrodt und Jacques Broido, der 1953 die Kamera „Carena" für die Firma Carena (später Gevaert) mit dem Federwerksmotor im Handgriff konstruierte. Es gab zwei Webo-Typen: die A, eine kleine Kamera für 9,5 mm mit 15 Metern Filmvorrat und die Webo M in zwei Ausführungen, erst für 9,5 mm und dann auch für 16 mm, jeweils mit 30-Meter-Spulen. Später wurde auch eine dritte Kamera für Doppelsuperacht gebaut. Die Konzeption der Federwerkskamera war ideal. Sie wurde nach und nach verbessert durch einen Spiegelreflexsucher, automatische Belichtungsmessung, 60 bzw. 120 m Kassetten und verschiedene Motoren. Verwendung fand diese Kamera in allen Bereichen und war neben Bolex, Arri und später auch Beaulieu marktführend.

 

1946 schied der Ingenieur Marcel Beaulieu (1911-1986) bei Pathe aus. Er gründete später die Firmen „Beaulieu" und „GIC" (Groupement Industriel Cinematographique, Paris), arbeitete aber vorerst für „ETM" (Electro Technique Mecanique, gegründet 1938). 1946 erschien die erste ETM-Kamera, die er mit Henry Moulin konstruierte (Moulin gründete 1949 MCM - Materiel Cinematographique Henry Moulin und baute die Kamera „Tourist", die ab 1950 als „Starlett" bezeichnet wurde und bis 1955 erfolgreich war). Erst 1951 begann die Produktion unter dem Namen Beaulieu. Die Fabrikation lag erst in Neuilly sur Marne, dann in kleinen Werkstätten in Champigny sur Marne und in Fontenay sous Bois. 1960 eröffnete er in Romorantin eine große Fabrik, beschäftigte 250 Mitarbeiter und produzierte bis 1975 rund 800 Filmkameras pro Monat. 1984 kam die Firma in finanzielle Schwierigkeiten. 1985 wurde Jean Ferras Firmenvorsitzender und die Firma nannte sich nun „Beaulieu Industrie". Neben Filmkameras und Projektionsgeräten wurden dann auch Videokameras, hergestellt. Heute sind nur noch acht Techniker unter der Leitung von Ferras beschäftigt, die vor einiger Zeit von Romorantin in das ca. 30 Kilometer südlicher gelegene Chartre umgezogen sind. Die Fertigung von Einzelteilen für die weltweit einzigen Super-8-Filmkameras und Projektoren wird über Zulieferfirmen bestritten.

 

1958 baute Pathe die „Lido" jeweils für die Formate 9,5 mm, 16 mm, 8 mm und 9,5/2 (neun Komma fünf einhalb - der doppelt perforierte 9,5 mm Film wird mit der um 90° gedrehten Kamera aufgenommen, nach dem ersten Durchgang wird der Film wie beim Doppel-8-Film erneut belichtet und nach der Entwicklung gespalten). Dieser 4,75 mm Film, der im Projektor nicht von oben nach unten, sondern von links nach rechts transportiert werden muß, war wohl der „schmälste Schmalfilm" mit einem Seitenverhältnis von 1 zu 1,75 - einer Bildgröße von ca. 3,54 x 6,2 mm, das heißt 22 mm-Bildfläche (zum Vergleich: der Doppel-8-Film hatte eine Bildfenstergröße von ca. 3,28 x 4,37 mm = 14mm). Der Duplex-Film zählt zu den Breitbildformaten und stand in Konkurrenz zu den auf 16 mm-Film basierenden Systemen von Emel (Ehepaar Grimm) und Dimaphot (Charles Jaton), die beide nicht erfolgreich waren.

 

Der Pathe-Duplex Film entstand vor 1955 für die Kameras Pathe-Orly und Pathe-National IM. Es folgte die Lido-Duplex und 1958 die Lido-Universel, für 9,5 und 9,5/2. Der Produktionsleiter für diese letzten Pathe-Kameras war Robert Boyer. Der zu dem 9,5/2-Film gehörende Projektor „Monaco" ist nur sehr selten auf Börsen zu finden. Das Format 9,5/2 blieb in Deutschland fast unbekannt und wurde kaum in deutschen Geschäften angeboten. 1961 kaufte Pathe die französische Firma „Cineric". Der Projektionsgerätehersteller Ericson war schon 1949 in „Cineric" umbenannt worden. Die 1958 gebaute Kamera „Princesse" hatte nur einen geringen Erfolg. Nach dem Zusammenschluß mit Pathe gab es „Cineric" als selbständigen Hersteller nicht mehr, die Firma nannte sich „Pathe-Cineric" und wurde später zusammen mit „Ercsam" zu „EPC".

 

Robert Mascre (1903-1985), Fotograf und Großhändler in Compiegne, stellte ab 1937 Kinogeräte her (Projektor „Senior"). Während der Besatzung entwickelte er eine 9,5 mm Filmkamera. 1946 gründete er die Firma „Ercsam" (Ercsam ist ein Anagramm des Namens Mascre) in Paris und brachte die 9,5mm-Kamera „CAMEX" auf den Markt. Ab 1950 bot er auch eine „Camex" als 8 mm Kamera an. Mascre schloß sich 1962 mit seinen 130 Mitarbeitern „Pathe-Cineric" an. Die neue Firma, die Mascre leitete, nannte sich „EPC" (Ercsam-Pathe-Cineric).

 

Preiswerte japanische Geräte eroberten nach 1960 den Markt und Kodak brachte 1964 das Super-8-Format heraus. Gleichzeitig kreierte Fuji den Single-8-Film. Französische Super-8-Kameras gab es bis auf die „Cinegel Le Mans 24 H" nicht mehr, die japanische Nalcom SM 818 wurde 1978 als Pathe-Super-8-Sound BTL angeboten. Aber aus der Webo M für 16 mm entstand eine Webo für Doppelsuper-8-Film. Somit wurde in Frankreich erstmals der Doppelsuper-8-Film, der keine Kodak-Kassette benötigt, verwendet. Kameras für diese Filmart bauten dann auch Elmo und Canon in Japan, Meopta in Brün, Lomo in Leningrad und Krasnogorsk.

 

1965 nannte sich die Pathe-Niederlassung in Düsseldorf nicht mehr „Pathex", sondern „Generalvertrieb für Pathe, Alfons Berg". 1968 endete die Kamera-Produktion von Pathe. Über die heutigen Aktivitäten von Pathe kann man sich via Internet informieren.

 


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