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Eine Übersicht der Filmarchive:

Auf der Suche nach Filmen über Hamburg

Von Dr. Joachim Paschen

 

Filmstreifen zur Geschichte Hamburgs in den letzten 100 Jahren werden immer wieder gesucht, für eine Film- oder Fernsehproduktion, für eine Kino-Vorführung oder zur Erinnerung an vergangene Zeiten: der Stapellauf eines bestimmten Schiffes, der Besuch von Staatsoberhäuptern, Szenen vom Umschlag im Hafen, Vergnügungen auf der Reeperbahn, bestimmte Ereignisse wie die Sturmflut 1962, Kundgebungen und Demonstrationen etc.

An welche Archive kann man sich wenden, wie sehen ihre Bestände aus, wie sind diese erfasst, zu welchen Konditionen sind die Filmaufnahmen zu nutzen? Die folgende Übersicht soll fünf Archive bekannt machen, die Filme zur Geschichte Hamburgs bewahren und auch zugänglich machen. Es soll dies auch ein erster Schritt sein, in den Zeiten des Internet einen gemeinsamen Auftritt oder wenigstens eine gegenseitige Verlinkung der Archive für mögliche Interessenten anzuregen.

Landesmedienzentrum Hamburg

Die ergiebigste Adresse bei der Suche nach Filmausschnitten zur Geschichte Hamburgs ist zweifellos das Filmarchiv des Landesmedienzentrums Hamburg, einer Dienststelle der Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung, die in erster Linie Bildungseinrichtungen mit Medien versorgt. Bereits seit den 50er Jahren werden hier auch Dokumentarfilme über Hamburg gesammelt. Dabei handelt es sich um eigene Produktionen, um Ankäufe und Schenkungen sowie Überlassungen aus Firmenarchiven. Die Sammlung erfolgt in Abstimmung mit dem Staatsarchiv Hamburg.

Der Archivbestand ist erst in den 80er Jahren systematisch erfasst worden und seitdem beträchtlich angewachsen. Es gibt einen zuerst von Eggert Woost bearbeiteten Bestandskatalog, der etwa 1450 Titel zur geschichtlichen Entwicklung Hamburgs in chronologischer Reihenfolge beschreibt; sie sind außerdem über ein Schlagwortverzeichnis sowie ein Verzeichnis der Regisseure zu erschließen. Der Katalog ist 1999 in dritter Auflage erschienen und kann gegen eine Schutzgebühr von DM 10,- erworben werden. Ein Teil des Archivguts ist noch nicht erschlossen.

Im Archiv sind praktisch alle Formate vertreten, vom 35mm-Film bis zum Video. Ein großer Teil des Filmmaterials ist inzwischen auf VHS-Video für Sichtungszwecke überspielt, teilweise liegt auch sendefähiges Betacam SP vor; die Digitalisierung steckt noch in den Anfängen. Sehr viele Filmtitel sind als Negativ vorhanden. Die Filmüberlieferung endet weitgehend mit den 80er Jahren; beim archivierten Videomaterial handelt es sich um Original-Produktionen und Mitschnitte von Fernsehsendungen.

Der älteste Film im Archiv stammt von 1906 und zeigt die Einweihung des Bismarck-Denkmals. Bis in die 20er Jahre hinein ist die Überlieferung sehr lückenhaft. Recht breit ist das Angebot zu den 30er Jahren, allerdings weniger bezogen auf NS-Aktivitäten, stärker auf das Alltagsleben in Hamburg. Besonders eindrucksvoll ist die Farbfilm-Dokumentation des von feindlichen Bombern ausgelösten Feuersturms im Sommer 1943. Zerstörung, Wiederaufbau sowie Hafen und Handel bestimmen die Themen der 50er und 60er Jahre. Darunter sind zahlreiche Filme der Hamburg-Werbung. Gut dokumentiert ist vor allem die Sturmflut von 1962.

Die Sichtung des Filmmaterials kann an mehreren Plätzen im Archiv erfolgen; Ansichtskopien können von zahlreichen Filmen sofort zugeschickt werden. Abklammerungsarbeiten finden im allgemeinen vor Ort statt. Termine sind kurzfristig zu vereinbaren. Überspielungen erfolgen durch private Kopierwerke.

Der Filmbestand wird unter kommerziellen Gesichtspunkten ausgewertet. Neben Gebühren für die Nutzung der Archiveinrichtungen fallen Lizenzgebühren für Filme bei Verwendung in Produktionen an. Das gilt natürlich nur für Filme, deren Nutzungsrechte beim Landesmedienzentrum liegen; in anderen Fällen ist eine vorherige Klärung mit den Rechteinhabern erforderlich. Lizenzgebühren werden nach Verwendungsart berechnet. Die Minutenpreise liegen zwischen ca. 350,-- - 1600,-- DM, wobei im Sekundentakt abgerechnet wird. Die aktuellen Geschäftsbedingungen und Gebühren werden auf Anfrage zugeschickt; sie sind auch über die Homepage einzusehen.

 

Landesmedienzentrum Hamburg
Medienarchiv Film, Reinhard Pflug
Kieler Straße 171, 22525 Hamburg
Telefon: 040 - 42801-5291
Telefax: 040 - 42801-5505
E-Mail: pflug(at)lmz.hh.schule.de
Internet: www.hh.schule.de/lmz

 

Bundesarchiv - Filmarchiv

Zu den zahlreichen Außenstellen des in Koblenz beheimateten Bundesarchivs gehört auch das Filmarchiv, das nach 1990 seinen Standort in Berlin gefunden hat. Es geht zurück auf die Bestände des Reichsfilmarchivs, des ehemaligen Staatlichen Filmarchivs der DDR sowie auf eigene Sammlungen seit 1954. Diese zentrale deutsche Sammelstelle umfaßt zur Zeit einen Bestand von 110.000 Dokumentar- und 20.000 Spielfilmen auf einer Million Filmrollen. Es gehört zu den größten Archiven dieser Art in der Welt.

Zusätzlich zu den Filmen, die auch konservatorisch behandelt werden, verfügt das Bundesarchiv über gedruckte Materialien zur deutschen Filmgeschichte, Programme, Fotos, Plakate, Drehbücher sowie andere schriftliche Unterlagen über Filmproduktionen und Zensurmaßnahmen. Stellen des Bundes müssen Pflichtexemplare ihrer Filmproduktionen abliefern, bei anderen bemüht man sich um eine freiwillige Hinterlegung.

Auch wenn sich die Sammlungstätigkeit des Bundesarchivs auf Materialien von zentraler Bedeutung konzentriert, finden sich in seinen Beständen doch zahlreiche Beispiele von regionaler Herkunft. Das gilt nicht zuletzt für Hamburg, Deutschlands größte Hafenstadt und Tor zur Welt. Der Umfang ist allerdings wesentlich geringer als im Landesmedienzentrum Hamburg, z.T. gibt es Überschneidungen im Bestand.

Neben Filmen, die einfach „Hamburg“ zum Thema haben, gibt es viele, meist kurze Streifen, die „nur“ einen Hamburg-Bezug haben, etwa den Tierpark Hagenbeck oder das Rauhe Haus. Zu beachten sind auch zahlreiche Beiträge über Hamburg in den Wochenschauen, die von den 20er Jahren bis 1949 fast komplett im Bundesarchiv vorhanden sind; daneben gibt es Filme, in denen u.a. auch Hamburg mehr oder weniger lang dargestellt wird.

Ein Gesamtkatalog der Filmbestände ist für Nutzer nicht einsehbar. Das einzige „Findbuch“ für Wochenschauen und Dokumentarfilme seit 1895 (bearbeitet von Peter Bucher) beschreibt auf ca. 500 Seiten einen wichtigen Teil des Bestandes und erschließt auch zahlreiche Filme mit Hamburg-Bezug, ist inzwischen aber sehr unvollständig. (Immerhin wurde das vergriffene Buch im Jahr 2000 nachgedruckt.) Interessenten sind also auf den sehr freundlichen Recherche-Dienst angewiesen.

Filmsichtungen sind vor Ort im Archiv nach vorheriger Anmeldung möglich. Für die Betrachtung von Filmen stehen mehrere Sichtungstische zur Verfügung. Ein Teil des Bestandes ist inzwischen auf Video überspielt; sie können in eigenen Vorführräumen gezeigt werden. Es gibt darüber hinaus Verleihkopien auf Film und Video, die an Interessenten auch verschickt werden. Das erleichtert den Zugang beträchtlich, da die Öffnungszeiten begrenzt sind.

Die Sichtung zur Abklammerung für Neuproduktionen kann nur im Archiv erfolgen. Das Bundesarchiv verfügt im allgemeinen über keine Nutzungsrechte, so dass diese bei evtl. Verwendung zunächst mit den Rechteinhabern geklärt werden müssen. Die Duplizierung der Filmvorlagen erfolgt durch private Kopierwerke.

Für Recherchen, Sichtung und Vorführung von Filmen sind Gebühren zu entrichten. Allein für die Sichtung und Auswahl der Filme durch die Benutzung sind je angefangener Stunde DM 30,- zu zahlen. Werden diese Arbeiten für die Benutzer erledigt, verdoppelt sich der Stundenpreis. Auch die Kosten für die Duplizierung werden über das Archiv abgerechnet; sie bewegen sich zwischen DM 2,10 und 6,30 pro Meter. Evtl. Lizenzgebühren sind mit den Rechteinhabern direkt zu vereinbaren. Eine Benutzerordnung mit dem jeweils aktuellen Kostenverzeichnis wird auf Anforderung zugeschickt; diese Informationen sind auch über die Homepage einzusehen.

 

Bundesarchiv – Filmarchiv
Fehrbelliner Platz 3, 10707 Berlin
Telefon: 01888 - 7770-0
Telefax: 01888 - 7770-999
E-Mail: filmarchiv(at)barch.bund.de
Internet: www.bundesarchiv.de

Deutsche Wochenschau GmbH

Das Filmarchiv der Deutschen Wochenschau GmbH wirbt damit, dass es zwölf Millionen Filmmeter, inkl. Restmaterialien (= 7000 Stunden) in Kinoqualität zur Verfügung stellt. Es ist damit zweifellos das größte kommerziell geführte deutsche zeitgeschichtliche Filmarchiv. Allerdings erfaßt es nur den Zeitraum von 1945 bis 1977, die Zeit, in der im Nachkriegsdeutschland Wochenschauen produziert und im Kino gezeigt wurden.

Grundlage des Archivs sind die Wochenschauen, die für die bundesrepublikanischen Kinos in Hamburg produziert wurden: zunächst die von den Amerikanern und Briten lizensierte „Welt im Film“, die von 1945 bis 1952 vorliegt und ab 1950 abgelöst wurde durch die Neue Deutsche Wochenschau, die Zeitlupe, die Welt im Bild und die Ufa- Wochenschau. Auch der vornehmlich für das Ausland hergestellte „Deutschlandspiegel“ entstand in Hamburg und liegt von 1945 bis Dezember 1999 vor. Die Wochenschauen bestanden aus einer kleinen Zahl einzelner Beiträge von zusammen zehn bis 15 Minuten Länge; die Filme wurden auf 35mm- Schwarz-Weiß-Material gedreht und vertrieben; sie erhielten eine nachträgliche Vertonung, während originale Tonbeiträge erst mit den Jahren vermehrt dazu kamen.

Die Wochenschauen sind alle hervorragend erschlossen: Die Beschreibungen von Bild und Ton sind sehr detailliert; recherchiert werden kann nach Themenfeldern, chronologisch aufgebauten Schlagworten und Personennamen. Die Digitalisierung dieser Suchangaben ist inzwischen weit vorangeschritten und soll bereits Ende 2002 abgeschlossen sein, so dass der gesamte Bestand über das Internet durchforscht werden kann. Das Wochenschau- Archiv hat sich außerdem die ehrgeizige Aufgabe gestellt, bis Ende 2002 auch digitalisierte Filmausschnitte über das Internet bereitzuhalten, damit die Kunden einen konkreten Eindruck gewinnen können.

Die Wochenschauen enthalten überdurchschnittlich viele Berichte über und aus Hamburg. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Redaktion und die Kameramänner die Stadt gewissermaßen vor der Tür hatten. Eine Suche in den Jahrgängen 1945 bis 1952, die bereits über das Internet verfügbar sind, ergibt 171 Treffer. Von den jährlich 52 Ausgaben enthält also mindestens jede zweite einen Bericht mit Hamburg-Bezug. Zu bedenken ist natürlich, dass die einzelnen Sujets unterschiedliche Bedeutung haben: es können wichtige politische Ereignisse sein, aber auch allgemeine Stimmungsberichte, voran Sport und Mode. Auf jeden Fall sind sie immer sehr kurz geschnitten und mit einem charakteristischen Kommentar versehen.

Der Zugang zum Archiv ist außerordentlich kundenfreundlich organisiert. Man ist auf einen schnellen Service aus, wenn z.B. vom Fernsehen ein paar historische Bilder als Hintergrund für ein aktuelles Geschehen gebraucht werden. Von Vorteil ist auch, dass die Deutsche Wochenschau GmbH über sämtliche Nutzungsrechte verfügt, so dass es keiner längeren Abstimmungen bedarf. Dieser Service hat allerdings auch seinen Preis. Die Lizenzgebühren auf üblicherweise sieben Jahre werden nach Sekunden berechnet und nach Nutzungszwecken differenziert. Es fängt mit einer halben Minute zur nichtgewerblichen Vorführung in einem Land für 450 DM an und reicht bis 2100 DM für weltweit genutzte Industriefilme je 30 Sekunden.

hat allerdings auch seinen Preis. Die Lizenzgebühren auf üblicherweise sieben Jahre werden nach Sekunden berechnet und nach Nutzungszwecken differenziert. Es fängt mit einer halben Minute zur nichtgewerblichen Vorführung in einem Land für 450 DM an und reicht bis 2100 DM für weltweit genutzte Industriefilme je 30 Sekunden.

 

Deutsche Wochenschau GmbH
Jenfelder Allee 80
22039 Hamburg
Telefon: 040 - 67 57 4-0 (Zentrale)
Telefax: 040 - 67 57 4-116r>
E-Mail: deutsche-wochenschau(at)t-online.de,wwedde(at)multimedia-tv.de
Internet: www.deutsche-wochenschau.de

 

Hamburger Kinemathek e.V.

Der Verein Hamburger Kinemathek betreibt nicht nur das kommunale Kino „Metropolis“, sondern beherbergt in seinen „Kellern“ auch umfangreiche Filmsammlungen. Dazu gehören seit 1985 insbesondere Belegkopien von Produktionen, die von der Hamburger Filmförderung unterstützt worden sind. Die Sammlung umfasst inzwischen etwa 600 Titel, größtenteils Filme, z.T. auch Videoformate. Es handelt sich meistens um Unikate, Sende- oder Vorführkopien, in den seltensten Fällen um Negative.

Dieser Teil der Sammlungen von Filmgenres aller Art der Hamburger Kinemathek gibt also nicht nur einen hervorragenden Überblick zur Filmgeschichte Hamburgs, sondern erlaubt außerdem einen Einblick in das Geschehen der Stadt: Eine Bedingung zur Förderung der Filme besteht darin, mit der Produktion einen Bezug zur Stadt herzustellen. Wenn auch diese Filme noch nicht die historische Patina anderer Archive haben, so kann doch sicher davon ausgegangen werden, dass sie in späteren Zeiten von großer Aussagekraft über bestimmte kulturelle Entwicklungen in Hamburg sein werden.

Für interessierte Filmforscher ist die Sammlung nach Anmeldung zugänglich. Besichtigungsmöglichkeiten sind vorhanden. Auch eine Ausleihe für gezielte Vorführungen in Filmmuseen oder anderen Kinematheken kann nach Absprache erfolgen. Die Kosten müssen erfragt werden. Das Metropolis- Kino nutzt häufig die Gelegenheit, Beispiele aus diesem Fundus in seinem Programm zu zeigen.

 

Hamburger Kinemathek e.V.
Archiv – Heiner Roß
Dammtorstraße 30a
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 34 65 32
Telefax: 040 - 35 40 90
E-Mail: kinemathek-hamburg(at)t-online.de

Norddeutscher Rundfunk Fernseharchiv

Das Fernseharchiv des NDR bzw. des früheren NWDR besteht seit 1955. Auch die in der sog. „Pionierzeit des Fernsehens“ seit dem Sendestart am 25.12.1952 eher unsystematisch gesammelten Beiträge befinden sich im Archiv. Es verfügt in Hamburg über einen Bestand von ca. 240.000 Archivalien auf den unterschiedlichsten Systemen, das entspricht in etwa 190.000 Sendungen und 500.000 Einzelbeiträgen.

Das Fernseharchiv nimmt eine Doppelfunktion wahr: Es ist in seiner Organisationsstruktur und Arbeitsweise ausgerichtet auf die Funktion eines Produktionsarchivs, beansprucht jedoch gleichermaßen eine endarchivarische Kompetenz. Nach eigenem Selbstverständnis betrachtet man sich als Teil eines gesamtgesellschaftlichen Gedächtnisses. Fernsehproduktionen sind Teile der modernen, nicht-schriftlichen Ausdruckform des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens und liefern ein Abbild der Welt in vielfältigen Facetten. Wie der schriftlichen Überlieferung kommt ihnen ein historischer und wissenschaftlicher Erkenntnis- und Quellenwert zu. Mit der Erschließung und Sicherung der audiovisuellen Aufzeichnungen bieten die Fernseharchive heute daher eine nicht unwesentliche Basis zur historisch-kritischen Analyse von gesamtgesellschaftlichen Phänomenen. Primär betrachtet sich das Fernseharchiv des NDR jedoch als Servicecenter für die redaktionelle Arbeit.

Angesichts der geradezu sintflutartigen Programmvermehrung geraten die Archive an die Leistungsobergrenze. Es werden alle Sendefassungen des NDR (end-)archiviert, die dieser eigen-, auftragsoder coproduziert hat sowie alle Ankäufe, für die Senderechte zur zeitlich und räumlich begrenzten Ausstrahlung erworben wurden. Über eine Cross- Recherche-Möglichkeit in der ARD ist man in der Lage, einen nahezu vollständigen Überblick über alle Fernseharchivbestände in der ARD zu erhalten.

Das Fernseharchiv verfügt nach eigener Schätzung über ca. 22.000 Einzelbeiträge mit Bezug auf Hamburg. Seit 1956 gibt es ein Hamburger Regionalprogramm. Jährlich kommen mehr als 1000 Sendungen dazu; allein das regionale Programm des Hamburg Journal liefert 800 Beiträge. Die Formalerfassung ist sehr qualifiziert ausgebaut, zusammen mit den Möglichkeiten eines Volltextretrievals sowie einer Übernahme von redaktionellen Pressetexten für die Sendung ist eine deutliche Qualitätssteigerung in der Wiedergewinnung von Informationen erreicht worden. Gesichert wird auf allen im Archiv vorhandenen Systemen. Ein großes Problem sind Umkopierungen von Materialien, die chemischen Verfallsprozessen ausgesetzt sind; dazu gehören auch 1-Zoll-Maz-Bänder der 70- und 80-er Jahre. Gesichert wird im NDR durchgängig auf dem Beta-SP-Format, das sich weltweit als Broadcast-Kassettensystem durchgesetzt hat. Es gibt jedoch weder gesicherte Aussagen über die Langzeitstabilität dieser Kassetten, noch weiß man, wie lange dieses System überhaupt noch im Einsatz ist.

Mit dem Segen der Programmdirektion sind in den 60-er und 70-er Jahren weitgehende Kassationsaktionen durchgeführt worden, die leider auch zu einer Unikatvernichtung geführt haben. Viele Live- Sendungen sind gar nicht mitgeschnitten worden, so dass nur die ggf. vorproduzierten Einspielungen in das Archiv gelangten. Ebenso wurde das Archiv früher angehalten, die damals sehr teuren 2-Zoll- Bänder wieder zur erneuten Nutzung freizugeben. Auch hierdurch sind Substanzverluste entstanden.

Vom Grundsatz her ist das Fernseharchiv des NDR nicht öffentlich zugänglich. Es ist allerdings bei nachgewiesenem wissenschaftlichen Interesse ein Zugang möglich. Das gilt vor allem für externe Archivnutzer, die eine gewisse Multiplikatorenfunktion innehaben. Generell wird in anderen Fällen auf die ARD-Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv verwiesen, die zwar einen guten Nachweis über die wesentlichen Produktionen der ARD vorhält, jedoch nicht über das Quellenmaterial verfügt.

Gegen eine Kostenerstattung wird interessierten öffentlichen Institutionen zu Zwecken der kulturellen und politischen Bildungsarbeit Archivmaterial zur Verfügung gestellt unter dem Vorbehalt der nichtöffentlichen und nichtkommerziellen Weiterverwendung und der Verpflichtung, etwaige lizenzund urheberrechtliche Abgeltungen selbst vorzunehmen. Aus Gründen des Datenschutzes darf der Zugang zu der Datenbank zu nicht-redaktionellen Zwecken sich immer nur auf eine Randnutzung beziehen. Eine Internet-Recherche wird deshalb nicht angeboten.

 

Norddeutscher Rundfunk
Fernseharchiv – Heiko Kröger
Gazellenkamp 57
22504 Hamburg
Telefon: 040 - 4156-4711
Telefax: 040 - 4156-6411
E-Mail: he.kroeger@ndr.de

 


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