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Aus dem Verein

Ein neuer Vorstand

 

Der Verein Hamburger Film- und Fernsehmuseum e.V. hat einen neuen Vorstand: Auf der Mitgliederversammlung am 22. Februar 2000 im Staatsarchiv Hamburg stand neben einigen Satzungsänderungen auch eine Neuwahl auf der Tagesordnung; sie war nicht zuletzt durch den Tod des bisherigen 1. Vorsitzenden Eggert Woost notwendig geworden.

Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde mit der erforderlichen Mehrheit Dr. Joachim Paschen gewählt, Direktor des Landesmedienzentrums Hamburg. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und hat seit mehr als zwölf Jahren eng mit Eggert Woost zusammengearbeitet. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Till Heidenheim, Jürgen Lossau und Volker Reißmann wurden wiedergewählt. Herr Heidenheim hat jedoch darum gebeten, sich wegen anderer Belastungen aus der Vorstandsarbeit zurückziehen zu dürfen; er hat sich bereit erklärt, weiterhin aktiv die Ziele des Vereins zu fördern. Wir danken ihm für seine engagierte Mitarbeit seit der Gründung des Vereins.

Der neue Vorstand hat angekündigt, für den Herbst eine weitere Mitgliederversammlung einzuberufen, die – weil im Februar die Diskussion dieser Fragen aus zeitlichen Gründen unterblieb – über die inhaltliche Gestaltung der zukünftigen Arbeit befinden soll.

Die beschlossenen Satzungsänderungen betreffen eher unwesentliche Änderungen, z.B. die Herabsetzung des Mindestalters für die Mitgliedschaft auf 16 Jahre. Die Änderungen liegen zur Zeit noch zur Bestätigung beim Amtsgericht.

 

Neuzugänge

Der bekannte Eimsbüttler Maler und Grafiker Hans Wrage überreichte dem Verein anläßlich einer Vernissage im Staatsarchiv eine alte 35-mm-Filmrolle. Eine erste Sichtung ergab, dass sie den historischen Festzug am 24. März 1913 durch Hamburg dokumentiert, dessen Kostüme und Ausstattung nach Entwürfen des Malers Arthur Illies gestaltet wurden. Während des Festzugs durch die damals neugebaute Mönckebergstraße führten Mitglieder von Volksgruppen der Hamburger Bürgervereine in historischen Gewändern aus der Zeit von 1800 bis 1814 die Ereignisse der „Franzosentid“ vor. Sie stellten damit das Leben und Treiben in Hamburg während der Besetzung durch französische Truppen 1806 dar, zeigten die vorübergehende Befreiung Hamburgs 1813 und die Gründung der Hanseatischen Legion sowie der Hamburger Bürgergarde.

Ferner wurden der Wiedereinzug der Franzosen und die Belagerung durch russische Truppen 1813/1814 sowie die endgültige Befreiung Hamburgs 1814 und sogar die Gründung der Hamburger Turnerschaft 1815 beim Festzug dargestellt. Kurioserweise war es ausgerechnet ein französischer Kameramann der Firma Gaumont, der 1913 diese ca. 20-minütigen Aufnahmen vom Festzug durch die Hamburger Innenstadt festhielt.

Recht abenteuerlich mutet eine Schilderung von Hans Wrage an, wie der Film unlängst noch einmal zur Aufführung in einem Kino kam. Mitglieder des Hamburger Alster-Vereins überredeten den Besitzer von „Eck´s Kino“ in Niebüll, den Film am 13. August 1999 noch einmal anläßlich einer Tagesfahrt nach Nordfriesland vorzuführen. Da sich der Kinobesitzer als gleichzeitiger Chef der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt der Gefährlichkeit des Filmmaterials bewusst war, wurde eine schwächere Birne in den 35-mm-Projektor eingeschraubt und umfassende Vorsichtsmaßnahmen (wie die Bereitstellung von Feuerlöschern in Projektornähe) ergriffen. Erst dann wurde der knapp 85 Jahre alte Film noch einmal vorgeführt und das historische Nitrozellulose- Material durchlief dann auch die moderne Vorführanlage.

Aufgrund der Feuergefährlichkeit wurde die Filmrolle durch unseren Verein sofort an das Bundesarchiv weitergeleitet. Dort existierte zwar schon eine kurze Dokumentation über den Hamburger Festzug von 1913, die jetzt aufgetauchte Filmrolle war jedoch bisher unbekannt. Daher soll auch dieser Film vorrangig ins laufende Umkopierungsprogramm auf Sicherheitsfilm aufgenommen werden. Erstaunt war man dort auch über die exzellente Qualität des Films, der trotz seines Alters kaum Kratzer oder andere Beschädigungen aufwies.

 

Weitere Ergänzungen unserer Bestände erfolgten unter anderem durch kleinere private Schenkungen wie diverse Drehbücher. Etliche Dutzend REAL-Filmplakate aus den 50er Jahren gelangten durch einen Doublettentausch über einen Hamburger Antiquar zu uns. Darüber hinaus übergab uns Frau Valotto von der Hamburger Filmförderung 175 Aktenordner der ehemaligen Stern-Film-Pressedokumentation des Gruner+Jahr-Verlags, die von ca. 1972 bis 1984 Zeitungsausschnitte zu allen in den Kinos gelaufenen Filmen enthält, sowie zu Filmgenres, Festivals und anderen Themen rund um´s Kino. Außerdem bekamen wir durch eine Schenkung in den Besitz von rund 2000 Filmpressemappen mit Foto- und Diasätzen, die überwiegend aus den 90er Jahren stammen. Michel Bergmann (XENON-Film) übergab uns zudem 35-mm-Kopien seiner Spielfilme „Die Kolonie“ (1985), „Der Flieger“ (1986), „My lovely Monster“ (1990) und einen Multifunktionsschneidetisch für 16mm- und 35mm-Film mit diversem Zubehör.

 


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