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Peter Lorre

 

Schauspieler

 

Peter Lorre wurde am 26.06.1904 als Kaufmannssohn unter dem Geburtsnamen Ladislaus/Laszlo Löwenstein im slowakischen Ruzomberok geboren. Der Künstlername "Lorre" entstand aus der Verdrehung des Wortes "Rolle" und wurde von Peter Lorre persönlich Ende der zwanziger Jahre in Deutschland erdacht. Nach einer Ausbildung in einer Bank sammelte Lorre erste Erfahrungen als Gelegenheitsschauspieler und knüpfte Kontakte zu dem Schriftsteller Karl Kraus und zu Lotte Lenya, Schauspielerin und Sängerin, in Wien. In Berlin avancierte Peter Lorre zum Lieblingsschauspieler von Bertolt Brecht, sowie zu einem der gefragtesten Schauspieler der Weimarer Republik. Als Kindermörder in Fritz Langs erstem deutschen Kriminal-Tonfilm "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" gelangte er zu Weltruhm, wurde allerdings mit dieser speziellen Rolle fortan stark identifiziert. Nicht willens, mit dem NS-Regime zu kooperieren, emigrierte Lorre 1934 nach Hollywood, wo er sich einen Namen machen konnte und teils in berühmtem Filmen mitwirkte (Hitchcocks "Der Mann, der zuviel wusste", Curtiz` "Casablanca"). In den USA wurde Lorre auf die Rolle des psychopathischen Bösewichts festgelegt und trat häufig in Nebenrollen auf. 1950 kehrte Peter Lorre in das in Trümmern liegende Nachkriegsdeutschland zurück.

 

In Hamburg verwirklichte er als seine erste und einzige Regiearbeit 1951 den Film "Der Verlorene", für den er Regie und Hauptrolle übernahm. Zur Zeit der Dreharbeiten wohnte Lorre in der Hamburger Margarethenstraße im Schanzenviertel. Angeregt durch eine Meldung in der Presse über einen "Dr. Carl R.", konzipierte Lorre eine Handlung, in der die Hauptfigur, ein Arzt, zunächst Forschungen für das NS Regime betreibt, später seine Geliebte im Affekt ermordet, die ihn betrogen und seine Forschungsergebnisse an seinen Widersacher veräußert hat. Der Arzt möchte sich stellen und für seine Vergehen büßen, was die Nazis aber nicht dulden und verhindern, da sie weiterhin von seinen Forschungen profitieren möchten. Der Mord wird vertuscht. Zur Zeit der während der NS Diktatur verübten Massenmorde ist ein einzelner Mord, ein Mörder nicht relevant. Der Arzt arbeitet in einem Auffanglager, begeht in Verzweiflung weitere Morde und begegnet seinem Widersacher erneut, sinnt auf Rache... Lorre spielte in diesem atmosphärisch dichten Film um Schuld und Sühne die Hauptrolle: Zurückgenommen, ruhig, fast gleichgültig spielte er als Rolle seines Lebens erneut einen Serienmörder.
Die Filmvorstellungen von "Der Verlorene" (Arbeitstitel: "Der Totmacher", BRD 1951 (Erstausstrahlung: 7.9.1951/8.6.1964 ZDF), 98 Minuten) waren in Deutschland kein großer Erfolg, da sich in der Nachkriegszeit Filme dieser speziellen Thematik und Problemfilme im Allgemeinen schwer vermitteln ließen. Lorre verließ Deutschland ein Jahr nach Erscheinen des Films.


Zitat der Filmhistorikerin Lotte Eisner:
"Der beachtliche und ehrliche Film wurde in Deutschland so kalt aufgenommen, dass Lorre enttäuscht nach Amerika zurückging und sich vollends zu Tode soff."


Peter Lorre starb am 23. März 1964 in Hollywood an einem Schlaganfall.

 

Literatur zu Peter Lorre

Felix Hofmann und Stephen D. Youngkin: Peter Lorre – Portrait des Schauspielers auf der Flucht. Verlag: Belleville, 1998.
Anne Sharp: Walking the Shark- A Peter Lorre Book ISBN: 1-4134-2003-6 (Picture Book).
Friedemann Beyer: Peter Lorre.Seine Filme - Sein Leben Wilhelm Heyne, München 1988.


Filmographie

 

(Quelle Fotos: Staatsarchiv Hamburg)

 


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