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Helmut Käutner

Regisseur

 

Helmut Käutner wurde am 25. März 1908 in Düsseldorf als Sohn des Kaufmanns Paul Käutner und seiner Ehefrau Claire geboren. Sein Vater fiel im Ersten Weltkrieg, seine Mutter starb 1926. Bereits als Schüler besuchte Käutner Schauspielkurse und wirkte in einer Laientheatergruppe mit. Zudem nahm er an einer Kunstgewerbeschule Unterricht in den Fächern Grafik, Werbung und Innenarchitektur. Ab dem Jahr 1927 studierte er an der Universität München Deutsche Philologie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. Hier trat er dem Kreis um den Theaterwissenschaftler Arthur Kutscher bei. Neben dem Studium schrieb er für kleinere Zeitungen Kritiken und sammelte auf Provinzbühnen Erfahrungen als Schauspieler. Zudem gründete er mit drei Kommilitonen die Kabarettgruppe „Die vier Nachrichter”, die mit ihrem Programm großen Erfolg hatten. Von 1932-35 war Käutner auch Texter und Regisseur der Gruppe, 1935 musste sich das Kabarett jedoch auflösen, da das Programm von den Nationalsozialisten als zersetzend und destruktiv beurteilt wurde.Käutner spielte weiterhin Theater, wobei er sich ab 1938 dem Film zuwandte und begann, Drehbücher zu schreiben. 1939 drehte er seinen ersten Spielfilm mit dem Titel „Kitty und die Weltkonferenz”, der jedoch bereits kurz nach der Premiere wegen angeblicher „pro-britischer” Tendenz verboten wurde. Es folgen einige unpolitische Filme wie z.B. „Frau nach Maß”, „Auf Wiedersehen, Franziska” und „Wir machen Musik”. Zudem trat er von 1942-44 am Berliner Staatstheater als Schauspieler auf, er besprach Schallplatten und schrieb Romane sowie Theaterstücke. Das Ende des Krieges erlebte Käutner in Cuxhaven, kurz darauf ging er nach Hamburg. Hier schloss er sich mit anderen Berliner Filmkünstlern zusammen, um an der Reorganisation von Theater, Film und Rundfunk mitzuarbeiten. In den folgenden Jahren wirkte er vor allem an den Hamburger Kammerspielen als Regisseur und Schauspieler.

 

Im Hamburg gründete er 1947 auch seine Produktionsfirma „Camera Film”, mit der er - ebenfalls 1947 - den ersten deutschen Nachkriegsfilm „In jenen Tagen” produzierte. Ein Jahr später verfilmte er das 1935 von seiner Kabarettgruppe „Die vier Nachrichter” nicht mehr aufgeführte Stück „Der Apfel ist ab”. Dieser Film war jedoch ebenso ein Misserfolg, wie der kurz darauf entstandene Film „Königskinder”, der schließlich zum Bankrott seiner Produktionsfirma  führte. Käutner drehte in den folgenden Jahren einige weitere Filme, konnte aber mit keinem von ihnen an seine früheren Erfolge anknüpfen. Erst sein 1953/54 entstandener Film „Die letzte Brücke”, in dem Maria Schell die Hauptrolle spielte, wurde sowohl beim Publikum als auch den Kritikern wieder ein großer Erfolg. Der Film wurde unter anderem mit dem Bundesfilmpreis sowie dem 1. Preis der Filmfestspiele in Cannes ausgezeichnet.1956 handelte Käutner mit der amerikanischen „Universal” einen Sieben-Jahres-Vertrag aus, der ihm garantierte, einen Film pro Jahr zu optimalen Bedingungen zu drehen. Letztlich inszenierte er für diese Produktionsfirma jedoch nur die zwei Filme „The Restless Years” (1957/58) und „Stranger in My Arms” (1958/59). In Hamburg gründete er 1957 zusammen mit Wolfgang Staudte und Harald Braun die „Freie Film Produktion GmbH”, die eng mit „Real-Film” und „Europa-Filmverleih” zusammenarbeitete. Jeder der Gesellschafter sollte pro Jahr einen künstlerisch anspruchsvollen Film inszenieren, es wurde jedoch nur ein Film realisiert, nämlich 1959 „Der Rest ist Schweigen”. Zwar drehte Käutner in den Folgejahren noch einige weitere Kinofilme, es wurde für ihn allerdings immer schwieriger, sich auf dem Kinomarkt zu behaupten. Ab Mitte der 1960er Jahre konzentrierte er sich daher ganz auf Fernsehfilme, bis er 1970 schließlich ein Remake des Rühmann-Klassikers „Die Feuerzangenbowle” drehte, das allerdings dem Vergleich mit dem Original nicht standhalten konnte. In der Folgezeit arbeitete er nur noch für Theater und Fernsehen, und zwar als Regisseur und Schauspieler. So war er z.B. 1977 in der Rolle des Karl May in einem zweiteiligen Fernsehfilm zu sehen. Außerdem drehte er je einen Beitrag zu den Serien „Der Kommissar” und „Derrick”. Käutner verfasste zudem einige Theaterstücke sowie 1955 den Roman „Himmel ohne Sterne”. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die er bekam, gehören unter anderem der Berliner Kunstpreis, der Adolf-Grimme-Preis in Gold und das Große Bundesverdienstkreuz, das ihm 1973 verliehen wurde. 1975 beendete er aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit für das Theater, 1977 drehte er seinen letzten Fernsehfilm. Im selben Jahr zog er sich in sein Haus bei Castellina in der Toskana zurück, wo er schließlich am 20. April 1980 starb.

 

Filmographie

 

(Quellen: Munzinger Archiv; Fotos: Staatsarchiv Hamburg)


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