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Kino-Center

Aufgrund seines Standortes am Hauptbahnhof (direkt gegenüber befand sich zuvor vielen Jahren das "AKI/Bali"-Kino) am Glockengießerwall, Ecke Spitalerstraße, wurde in dem "Kino-Center" populäre Mainstream-Kost überwiegend aus amerikanischer Produktion gespielt. In den ersten Jahren nach der Eröffnung (1971) fanden im "Kino-Center" auch vereinzelt Pressevorführungen statt. So erzählte der Filmpromoter Klaas Akkermann gerne von der ersten Pressevorführung von "Der Exorzist" Anfang September 1974 im "Kino-Center": Dem US-Film eilte der Ruf voraus, die Besucher würden reihenweise vor Angst umkippen und so hatte er (gleichsam auch als Werbe-Gag) einen Arzt und eine Krankenschwester engagiert, die im Falle eines Falles die Journalisten betreuen sollten.

 

Und tatsächlich soll es ein oder zwei "zart besaitete Gemüter" gegeben haben, die diesen Service auch tatsächlich in Anspruch nehmen mussten (übrigens: Bei der Pressevorführung vor dem Start der restaurierten Fassung 2001, die ebenfalls von Akkermann betreut wurde und nun im "Grindel-Kino" stattfand, war hingegen nur ein müdes Gähnen aus den Reihen der Journaille zu vernehmen - so hatte sich inzwischen der Publikumsgeschmack gewandelt und man ist inzwischen allgemein an solche "harte Kost" gewöhnt). Das "Kino-Center" selbst war ein nahezu grotesk verwinkelter Bau, der aus ursprünglich drei einzelnen Restaurants entstanden war und sehr lange Gänge aufwies, die insgesamt zu einer Art Bunker-Atmosphäre führten. Im Jargon der UFA-Mitarbeiter trug der Bau demzufolge auch den Spitznahmen "der Führerbunker", da sich hier häufig der UFA-Kino-Chef Heinz Riech aufhielt und von dort seine dienstlichen Anweisungen gab, wenn er in Hamburg weilte. Besonders abschreckend war der Kinosaal 8, der nur knapp vierzig Plätze aufwies und dessen Leinwand sich mit jeder größeren privaten Dia-Leinwand messen konnte. Hier wurde der Begriff "Schachtelkino" wirklich absolut wörtlich genommen.

 

Text: Volker Reißmann


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