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UFA-Palast am Gänsemarkt

Mitten in der City Hamburgs, am Gänsemarkt, steht der neue "UFA-Palast" (der Erste befand sich von 1929 bis 1943 im Hof des Deutschland-Hauses am Valentinskamp). Der Standort kann auf eine lange, traditionsreiche Lichtspieltheater-Geschichte zurückblicken. Schon 1912 stand hier das "Lessing-Theater", welches die UFA 1917 übernahm und zum Kino umbaute. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und bis 1956 von der Britischen Besatzungsmacht als Truppenkino genutzt. Sofort nach der Übergabe an die Deutschen im März 1957 erfolgte der Abriss des Hauses aufgrund seiner Baufälligkeit. Das neue Kino wurde nach den Plänen der Architektengemeinschaft Klüppelberg und Lichtenhahn gebaut und am 26. Februar 1958 unter dem traditionsreichen Namen "UFA-Palast" eröffnet. Das Filmtheater wollte bewusst an die alten UFA-Traditionen anknüpfen und so war zum Erstaufführungsfilm auch jede Menge Prominenz - darunter Romy Schneider - geladen, deren neuer Film "Scampolo" das Haus eröffnete. Mit seiner besonderen Ausstattung war es hervorragend als Erstaufführungstheater geeignet: Eingerichtet in edlem Teakholz und mit reizvollen Beleuchtungseffekten ausgestattet, erfüllte es alle Erwartungen die an ein modernes, repräsentatives Filmtheater gestellt wurden.

 

Der Filmkaufmann Heinz Riech übernahm den "UFA-Palast" bereits 1972 und begegnete dem Kinosterben in den 1970er Jahren mit der Aufteilung des großen Kinos in mehrere kleinere Säle. Aus dem ehemals 988 Plätze umfassenden Saal wurden im Zuge der Umbaumaßnahmen, nach den Plänen der Architekten Glüer und Blaettchen, 7 Kinos mit insgesamt über 2000 Plätzen. So öffnete am 20. September 1974 Europas größtes und modernstes Kino seine Pforten, wenngleich einige der Schachtelkinos völlig verbaut erschienen (im Keller befanden sich z.B. große Stützpfeiler mitten in einem Saal; in einem der oberen Kinos konnte man noch Teile der einstigen Wandverkleidung des ehemals großen Saales erkennen; ein anderer Saal war mit einem grellbunten Wandgemälde im Hollywood-Stil verziert). Nach dem Tod von Heinz Riech übernahm 1992 dessen Sohn als neuer Vorstand die UFA – Theater - AG und leitete ein umfassendes Kinorenovierungsprogramm ein.

 

Bei dem vollkommen verbauten "UFA-Palast" half nur noch ein Komplettabriss des Gebäudes, einzig ein schmaler Gebäudestreifen mit Büros am Gänsemarkt blieb erhalten. Am 27. Februar 1997 eröffnete der neue (dritte) "UFA-Palast" als modernes Multiplex-Kino. So entstand an der Gebäudeseite zur Gänsemarkt-Passage eine riesige Glasfront mit einer Höhe von über 20 Metern und einer Extra-Zufahrt für Premieren-Gäste. Auf 4 Ebenen verteilen sich heute 10 Kinosäle, großzügig angelegte Foyers sowie ein angrenzender Gastronomiebetrieb machen den Kinobesuch zum Erlebnis. Im Herbst 2002 meldete die UFA-Kino-Kette Insolvenz an, eine "Erste Kinopalast-Betriebsgesellschaft" wurde als Auffanggesellschaft gegründet. Wenig später übernahmen die Lübecker Kinobetreiber Kieft & Kieft mit ihrer Cinestar - Gruppe fast alle UFA-Kinos, darunter auch den "UFA-Palast" am Gänsemarkt. Mittlerweile gehört Kieft & Kieft (und damit auch dieses Kino) zu einem Großteil dem australischen Mischkonzern Amalgamated Holdings Limited.

 

Quelle: Hamburger Echo 25.02.1958 ; FilmEcho 1974 ; Hamburger Abendblatt 27.02.1997 ; Die Welt 27.02.1997


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