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Hamburgs ältestes Kino schließt nach 82 Jahren

Mit Sicherheit kein gediegener Filmpalast, dafür aber lange das besterhaltenste Hamburger Vorkriegskino war das „Thalia Lichtspieltheater“ an der Grindelallee 116/118. Im Jahre 1912 für den Inhaber R. Salfeld erbaut, trug es zunächst kurze Zeit (um 1913) den Namen „Scala Theater“. Im Zweiten Weltkrieg erhielt das Haus  einen Bombentreffer: Die oberen Stockwerke wurden zerstört und auch nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut. Auch das Kino selbst wurde in Mitleidenschaft gezogen und nach Arisierung und mehreren Besitzerwechseln ging das Kino samt Wohnhaus in den 1940er Jahren endgültig in den Besitz der Familie Meiniger über. Obwohl der Sitzkomfort in den letzten Jahren etwas zu wünschen übrig ließ, war das Innere des Kinos – bis auf den technischen Umbau der Vorführkabine 1958 für CinemaScope – weitgehend unverändert geblieben und bot daher einen interessanten Einblick in die Kinoarchitektur der 1910er und 1920er Jahre. Zum Niedergang des zuletzt als Programmkino geführten, traditionellen Lichtspieltheaters hatte sicherlich auch die Nachbarschaft zu zwei sehr erfolgreichen Filmtheatern, dem „Abaton“ am Allende-Platz und dem „Grindel-Kino“ am Grindelberg, beigetragen. Die Tageszeitung „taz“ berichtete in ihrer Hamburg-Ausgabe am 22. Dezember 1994 über die bevorstehende Schließung wie folgt: „Wenn die Bühne brennt, gibt´s kein Happy-End. Und auch nicht, wenn der letzte Vorhang fällt – wie am 30. Dezember an der Grindelallee 116. Dann nämlich schließt das Thalia-Kino mit dem Film „Forrest Gump“ seine Pforten. Vorbei die Zeiten, in denen schon nach einer Viertelstunde der Hintern weh tat, weil die Stühle nicht zu den bequemsten gehörten; in denen man den Mittelgang herunter schritt, um rechts oder links davon seinen Platz suchen. Nach 82 Jahren macht Hamburgs ältestes Kino (475 Plätze) dicht. Einfach so.“ Da auch alle Pläne, die rührige Kinofans flugs geschmiedet hatten, scheiterten, Ende die Geschichte des Kinos tatsächlich am 30. Dezember 2004. Im Sommer 1995 begann der Abriss des Gebäudekomplexes, wenig später entstand hier ein modernes Wohn- und Geschäftshaus, dass ungefähr wieder die Höhe wie vor dem Zweiten Weltkrieg hatte – allerdings nun gänzlich ohne Kino auskam


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