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Als die Russen den Jungfernstieg besetzten

Mitte der 1960er Jahre befand sich der Kalte Krieg nach dem Bau der Berliner Mauer und der Kuba Krise auf seinem Höhepunkt. Die Furcht, die UdSSR könnte auch West-Europa und die USA angreifen, steigerte sich fast zur Hysterie. Hollywood-Produzent Stanley Kramer („Das Urteil von Nürnberg“, „Eine total, total verrückte Welt“) war bekannt dafür, gerne mit seinen Filmen heiße Eisen aufzugreifen. Kramer, der Hamburg ein paar Jahre zuvor auch durch einen Besuch bei Studio Hamburg und Gyula Trebitsch persönlich kennen gelernt hatte, wollte mit seiner Filmsatire „Die Russen kommen, die Russen kommen!“ jedoch insbesondere die an Paranoia grenzende Angst seiner Landsleute attackieren. Der Film zeigt, wie die Mannschaft eines vor einer Insel an der Küste Neu Englands gestrandeten sowjetischen U-Bootes einen Trupp von acht Mann losschickt, um Hilfe zu organisieren. Obwohl sie sich bemühen, sich unauffällig zu verhalten, bricht innerhalb kürzester Zeit das allgemeine Chaos auf der kleinen Insel aus. Der ortansässige Sheriff versucht verzweifelt, eine sich formierende Bürgerwehr in Schach zu halten, die jedoch schließlich über die Verteidigung der Dorfkneipe und der Biervorräte nicht hinaus kommt. Panisches Durcheinander und allgemeines Chaos regieren - und der Dritte Weltkrieg scheint greifbar nahe zu sein. Als der US-Filmverleih United Artists den Film im Herbst 1966 auch in die deutschen Kinos brachte, hatten die Werbestrategen eine aberwitzige Idee: Mit sowjetischen Militäruniformen aus dem Kostümfundus spazierte Pressepromoter Klaas Akkermann mit einigen seiner Mannen mitten durch Hamburgs Innenstadt, zwischendurch wurde ein Päuschen in einem Freiluftcafé mitten in der City eingelegt. Offensichtlich verhielten sich die Hamburger jedoch wesentlich besonnener als die Amerikaner in besagtem Spielfilm: Niemand brach in Panik aus, nur etwas irritiert und staunend betrachteten die Bürger die ungewohnte uniformierte Truppe, die schließlich mit Filmplakaten über den Zweck ihrer Aktion aufklärte.

 


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