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Ein Universalkünstler wird gefeiert: Jean Cocteau

Der am 5. Juli 1889 in Maisons-Lafitte bei Paris geborene und am 11. Oktober 1963 in Milly-la-Forêt bei Paris gestorbene Jean Cocteau war ein in vielen Kunstgattungen tätiger Surrealist: Sowohl als Dichter, Schriftsteller, Regisseur, Maler und Choreograf trat er in Erscheinung, bereit mit 17 Jahren hatte er seine ersten Gedichte veröffentlicht, später wurde Mitglied der Akademie der Künste von Frankreich und Belgien. Zum Start seines 1949 entstandenen Films "Orphée", dem mittleren Teil der sogenannten Orpheus-Trilogie, kam Cocteau am 11. Oktober 1950 persönlich nach Hamburg. Eingeladen hatte ihn Heinz B. Heisig, der 1949 das "Esplanade"-Kino gegründet hatte, zu jener Zeit auch das "Waterloo"-Kino am Dammtor führte und eine Zeitlang Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes der Kinobetreiber in der britischen Zone gewesen war. Heisig war als besondere Freund des französischen Filmes bekannt und hielt deshalb persönlich die Begrüßungsrede (die noch heute in seinem Nachlass im Staatsarchiv Hamburg überliefert ist): "Es ist uns zu dieser Stunde eine besondere Freunde, Sie Monsieur Cocteau, mit aller Herzlichkeit [...] als eine der universellsten Persönlichkeiten der modernen französischen Literatur zu begrüssen. Wir wissen, dass Ihre Genialität von der Poesie zur Journalistik, vom Theater zum Film, von der Tanzkunst zur Kritik, von der Zeichenkunst bis zur Schallplatte fast alle Ausdrucksformen der Kunst meisterhaft beherrscht [...] So ist es denn auch kein Wunder, dass Ihre bisher in Hamburg gezeigten Filme "L´eternel retour", "Ruy Blas" und "La belle et la bete" so überraschend schnell hier in der Hansestadt Hamburg ein grosses Echo fanden. Die großartige Phantastik, die Verbindung aus Esprit und Charme, die packende atmosphärische Gestaltung, die Ihren die beispielhaft einmalige Note verleiht, beweisen uns, dass in Ihren Filmen französischer und im besten Sinne europäischer Geist lebendig ist." Die Zuschauer im fast restlos gefüllten Saal zollten dann auch dem großem Künstler durch anhaltendem Beifall ihren Respekt und verlangten vom Künstler nach der Vorstellung ausgiebig Autogramme. Es sollte aber Heisig leider in späteren Jahren nur noch selten gelingen, die breite Masse des Publikums mit derartigen Werken zu erreichen - 1956 musste er die Geschäftsführung des "Waterloo"-Kinos abgeben und einige Jahre später auch die des "Esplanade"-Kinos, dass 1982 endgültig geschlossen wurde - in jenem Jahr, in dem auch Heisig nach langer, schwerer Krankheit verstarb. Jean Cocteau selbst verstarb bereits am 11.Oktober 1963 bei Paris und wurde in der Chapelle St. Blaise in Milly La Foret begraben.

 


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