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Lassowerfer machen St. Georg unsicher: „Cat Ballou – Hängen sollst Du in Wyoming“

Für die Premiere der Westernkomödie hatte sich der Columbia-Filmverleih einen besonderen Werbegag ausgedacht: Ein professioneller Lassowerfer zeigte seine Kunststücke direkt vor dem Kino auf dem Steindamm – und fing dabei auch schon einmal den ein oder anderen Passanten mit seinem Lasso ein. Der Film erlebte seine Hamburger Premiere am 3. August 1965 im traditionsreichen „City“-Filmtheater der Familie Grabowski, in dem damals viele Filme ihre Uraufführung feierten (wie „Das Herz von St. Pauli“. „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ und „MacKennas Gold“). Das der Film „Cat Ballou“ eine schräge Angelegenheit würde, lässt schon der Vorspann erahnen, bei dem die sich sonst so unbewegliche Columbia-Spiegelträgerin auf einmal in eine rauflustige Western-Heldin verwandelt. Unvergesslich bleibt auch die Szene mit Lee Marvin als heruntergekommenen Taugenichts im Gedächtnis, der zusammen mit seinem ebenfalls volltrunkenen Pferd an einer Hausmauer lehnt (dafür gab es dann auch einen Oscar für die beste männliche Nebenrolle). Die Geschichte dreht sich um die betörende Cat Ballou - ein junges Mädchen, das einen stets besoffenen Nichtsnutz anheuert, um ihren Vater vor einem bösartigen Revolverhelden zu schützen. Schon bald muss sie aber zu ihrem Schrecken feststellen, dass auf den Beschützer leider wenig Verlass ist, da er zumeist in Saloons herumhängt und sich einen hinter die Binde gießt. So wird trotz aller Anstrengungen Cat Ballous Vater Opfer der Banditen und aus Verzweiflung nimmt Cat – zusammen mit ihrem betrunkenen Freund – schließlich selbst das Heft des Handels in die Hand, um Recht und Gesetz wieder herzustellen. Die üblichen Western-Klischees werden hier heftig durch den Kakao gezogen und bei so mancher Szene bleibt kaum ein Auge vor Lachen trocken. Leider hatten aber weder Lee Marvin noch Jane Fonda Zeit, nach Hamburg zu kommen, um Werbung für ihren Film zu machen. So blieb es bei der kuriosen Werbeaktion mit dem Lassowerfer, an die sich vielleicht noch heute manch argloser Passant, der damals über den Steindamm flaniert und Zeuge des Geschehens wurde, erinnern wird.

 


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