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Das Ende einer Tradition: Abriss des Millerntor-Kinos

Ursprünglich stand am „Eingang“ zur sündigen Meile, der Reeperbahn, ein Restaurantgarten an der Volksoper, später auch ein Konzertgarten des Konzerthauses Hamburg. 1912 wurde dann das „Lichtschauspielhaus am Millerntor“ hier gebaut. Das Rangkino mit 650 Plätzen wurde 1927 durch den Einbau eines großzügigen Foyers noch erweitert, in der Vorbühne befand sich eine große Kinoorgel. Mit der Übernahme durch die UFA Anfang 1940 hielt das Lichtspielhaus eine neue Sitzordnung. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude doch Bombentreffer schwer beschädigt, wie fast alle übrigen Bauten an dieser Stelle. Im Oktober 1943 ordnete die NS-Bauleitung die provisorische Wiederherstellung der Kinoruine für Notquartiere auf dem Heiligengeistfeld an, 1950 wurde das Gebäude zum größten Teil wieder aufgebaut, wenngleich auch nicht in alter Pracht, und 1956 für die Projektion CinemaScope-Filme umgerüstet. Ein Foto aus jener Zeit zeigt die mit großen Plakatmalereien geschmückte Kinofront, die für den Film „Achtung, Kairo: Opiumschmuggler“ mit Eric Portmann werben. Doch die Zeiten als renommiertes Erstaufführungskino waren trotz anders lautender Eigenwerbung längst vorbei. Zu Beginn der 1960er Jahre wurden dann bereits länger gehegte Umgestaltungspläne für den Eingangsbereich der Reeperbahn in die Realität umgesetzt. Anfang August 1963 wurde dann auch der Spielbetrieb in dem Kino endgültig eingestellt, die letzte Aufnahme des Conti-Press-Bildreporters vom 7.08.1963 vor dem kurz darauf erfolgten Abriss zeigen die kläglichen Kinoreste vor dem bereits in die Höhe schießenden Iduna-Hochhaus. Doch auch dem Hochhaus-Neubau, dem das Kino letztlich weichen musste, sollte kein langes Leben beschieden sein: Asbestverseucht wurde dieser Bau bereits 1995 in einer spektakulären Aktion durch eine Sprengung beseitigt.

 


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