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Großfeuer in der City: Das Ende der URANIA

Am frühen Nachmittag des 6. Juni schlugen plötzlich Flammen aus den fünf mal fünf Meter großen Leuchtreklamen an der Fassade des Hauses Fehlandtstraße, in dem das traditionsreiche URANIA-Kino sein Domizil hatte. Gegen 14.45 Uhr brannte bereits ein großer Teil der Fassade; als wenig später endlich die Feuerwehr alarmiert wurde, war es schon zu spät, um ein Übergreifen der Flammen auf den ganzen Gebäudekomplex zu verhindern. Der Inhaberin des benachbarten Hotels Alsterhof an der Esplande, Ingrid Melzner, die laut Zeitungsberichten an diesem Tag gerade Urlaub in London machte, gehörte auch das Gebäude mit dem Kino an der Fehlandtstraße. Robert Billerbeck, einer der damals führenden Kinobetreiber, hatte das „Urania“ gemietet. Am Tag des Brandes sollte um 15.30 Uhr im großen Kino der James-Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ und im kleineren Atelier „Ein Mann für gewisse Stunden“ laufen. Der Brand zerstörte das Gebäude mit dem Kino samt angrenzendem Lagerraum und einer Dachgeschoss-Wohnung nahezu vollständig, sogar zwei vor dem Kino geparkte Autos fingen Feuer und brannten aus. Zwei angrenzende Hotels wurden durch Rauch und Löschwasser ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. „Gegen dieses Feuer hatte auch James Bond keine Chance“ titelte das „Hamburger Abendblatt" am nächsten Tag mit einer gewissen Ironie. Glücklicherweise waren keine Personenschäden zu verzeichnen, da sich zum Zeitpunkt des Brandes niemand in dem Gebäude befand. Nach mehrmonatigen Leerstand der Ruine wurde Ende des Jahres beschlossen, das Kino nicht wieder aufzubauen, sondern sie komplett anzureißen an ihrer Stelle eine Appartementhaus zu errichten. Das bedeutete das endgültige Aus für das traditionsreiche Lichtspieltheater, in dem viele Jahrzehnte vor allem Kulturfilme zur Aufführung gekommen waren und in den auch die einstmals bundesweit groß beachteten „Kulturfilmwochen“ in den Jahren 1949 und 1950 stattfanden. 




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