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Hamburgs Kommunales Kino etabliert sich mit einer Filmpremiere

Bereits 1977 hatte eine Initiative fordert, endlich auch in Hamburg ein Kommunales Kino zu gründen - als Alternative zur verkrusteten Schachtel- und Popcorn-Kinokultur. Die MOPO schrieb damals: „Die einen wittern dahinter eine ultralinke Zelle mit konspirativem Filmtheater-Treff, andere einen staatlich subventionierten Zirkel ausgebuffter Cineasten. Dritte gar glauben, es sei nur ein Hirngespinst oder ein bloßer Wunschtraum!“. Doch am 13. Oktober 1979 wurde mit der Aufführung des namensgebenden Stummfilms „Metropolis“ von Fritz Lang dieser langgehegte Traum endlich Realität: In den angemieteten Räumen eines ehemaligen Aktualitäten-Kinos am Dammtor nahm das alternative Lichtspieltheater seinen Spielbetrieb auf. Von Anfang an untrennbar mit der Einrichtung verbunden ist der Name von Heiner Roß, der bereits im Mai 1979 sein Amt als Kinoleiter angetreten hatte. Der damals 36-jährige gelernte Bankkaufmann war seit 1970 Geschäftsführer des Berliner „Arsenal“, des ersten Kommunalen Kinos in Deutschland, gewesen. Mit anderen Mitstreitern hatte er zudem ab 1971 in dem von ihm mitbegründeten „Internationalen Forum des Jungen Forum“ (heute Teil der Berlinale) wichtige Erfahrungen sammeln können. Insbesondere die etwas holprige „Metropolis“-Startphase, in der die Presse teilweise höhnte, dass die „Kundschaft nur kleckerweise“ käme und viele Hamburger sich offensichtlich erst an das ungewöhnliche Programmangebot gewöhnen mussten, meisterten Ross und seine Mitstreiter mit großer Bravour. Von nun an gab es hier Filme, die es sonst nirgendwo zu sehen gab: Werke aus der DDR und dem „Ostblock“ genauso wie selten gezeigte Streifen aus anderen europäischen Ländern und den USA. Auch spezielle Filmreihen für Frauen und Kinder gehörten zum Repertoire. Kurzfilmfestival, Lesbisch-schwule Filmtage und der filmhistorische Kongress "Cinegraph" wurden hier erfunden. Dass das „Metropolis“-Kino in den bald 30 Jahren seines Bestehens alle Krisen wie durch ein Wunder überlebt hat, ist neben dem überaus engagierten Mitarbeiter-Team sicherlich auch ein persönliches Verdienst des Kinoliebhabers Roß. Eine der ersten größeren Filmpremieren, die im neuen Kommunalen Kino gefeiert wurden, war die von Hark Bohm neuen Jugendfilm "Im Herzen des Hurrikan", in dem wieder sein Sohn Uwe und Adoptivsohn Dschingis die Hauptrollen spielten. Hohe Prominenz hatte sich angesagt: Neben Regisseur Bohm kamen auch Hamburgers Erster Bürgermeister Hans-Ulrich Klose, bekennender Filmfan und Mitinitiator des Hamburger Filmbüros, und Alt-Bürgermeister Herbert Weichmann. Wie die Bilder des Fotografen der Bildagentur Conti-Press (übrigens die letzten Aufnahmen, die vor dem Konkurs des Familienunternehmens entstanden) belegen, kam es nach der Premiere im gerade renovierten Foyer des Kinos zu einem gemütlichen Plausch zwischen Hark Bohm, den Bürgermeistern und Heiner Ross (nicht im Bild).


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