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Ein Cinerama-Zeltkino für die IGA 1963

Vom 26. April bis 13. Oktober 1963 fand in Hamburg wieder eine Internationale Gartenbau-Ausstellung (IGA) statt. Die beiden Vorläufer von 1869 und 1897 nicht mitgerechnet, war es nach 1953 die zweite Ausstellung dieser Art in der Hansestadt. Erstmals fand sie mitten in der Stadt, auf dem Gelände von „Planten un Blomen“ statt, Hamburgs „Grüner Lunge“. Das Gelände, größtenteils identisch mit Gebiet der ehemaligen Wallanlagen, ist eine 45 Hektar große Parkanlage. Neben prachtvollen Pflanzenrabatten oder einem eigens angelegten Apothekergarten lud bei der später viel gerühmten IGA 1963 als eine besondere Aktion ein Zeltkino die Besucher zu einer Filmvorführung der besonderen Art ein: Auf einer riesigen, gekrümmten Leinwand wurde ein Film zur Fauna und Flora der Welt gezeigt. Benutzt wurde dabei die damals gerade aufkommende „Cinerama“-Filmtechnik: Ein kombiniertes Bild- und Tonsystem, bei dem das Bild mit drei Kameras gleichzeitig aufnahmen und dann mit drei Projektoren, die so miteinander verbunden waren, sie absolut synchron liefen, wiedergegeben wurde. Die optische Wirkung war beachtlich und manch ein Besucher, der vielleicht gerade aus dem benachbarten Bierzelt kam, wird sich vielleicht verwundert über die brillante Technik, die Augen gerieben haben. Dank der verwendeten Technik sollten sich die Zuschauer fühlen, als ständen sie beispielsweise mitten im tropischen Regenwald. Hauptattraktion war die tägliche Vorführung des Cinerama-Filmes "Windjammer", dass die Reise eines norwegischen Segelschulschiffes Mitte der 1950er Jahre schilderte (und auch die letzten Aufnahmen des 1957 gesunkenen deutschen Segelschuffschiffes "Pamir" enthielt). Leider wurde das Zeltkino im Herbst 1963 wieder abgebaut. Da die Gartenbau-Ausstellungen damals im 10-Jahres-Rhythmus stattfanden, gastierte die nächste IGA im Frühjahr 1973 ebenfalls wieder in Hamburg. Dem Vorbereitungskomitee dieser IGA wurde damals übrigens vom Hamburger Filmemacher Adalbert Baltes der Vorschlag unterbreitet, die Besucher an speziellen Aufhängungen wie Fallschirmspringer durch ein riesiges Zeltkino mit Leinwänden schweben zu lassen, um die perfekte Illusion zu ermöglichen. Diese Idee wurde schließlich wieder verworfen, weil sie sich als technisch zu kompliziert erwies.

 


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