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Knopf´s feiert 50 Jahre „ortsfestes“ Kintopp in Hamburg

Im Februar 1950 gaben die Besitzer von „Knopf´s Lichtspielhaus“ am Spielbudenplatz in St. Pauli eine kleine Broschüre heraus, in der sie auf ein Jubiläum besonderer Art hinwiesen: Demzufolge existierte ihr Haus seit 50 Jahren als Lichtspieltheater; die Jahre zuvor war es eine reine Gastwirtschaft des aus dem Harz stammenden Kneipiers Eberhard Knopf gewesen. Zu diesem besonderen „Stück Hamburger Kulturgeschichte“ (Eigenwerbung) konnte man lesen: „In jenen erdenfrohen Tagen, am 20. Februar 1900, überraschte Eberhard Knopf´s Konzert- und Automatenhaus am Spielbudenplatz das verehrliche Publikum mit der Einladung zum Besuch einer epochalen Erfindung, des Lebenden Laufbildes, das angeblich Menschen und Gegenstände in natürlicher Bewegung zeigen sollte. Die St. Paulianer und das nach St. Pauli flanierende Publikum, gewohnt bei ‚Knopf’ immer Neuartiges und Staunenswertes geboten zu bekommen, folgte der lockenden Einladung willig und nahm gespannt hinter den üblichen Biertischen Platz. Himmel, war das aufregend, als langsam alle Leuchtkörper erloschen und, vom rebellischen Schnurren eines geheimnisvoll im Hintergrund verborgenen Apparates begleitet, ein magischer Lichtstrahl auf die ferne Leinwand fuhr ..“ Offiziell angemeldet hat Knopf diesen „Nebenerwerb“ aber erst Anfang 1901 nach einer Beschwerde bei der Gewerbepolizei, so dass das Datum umstritten sein mag. Nach mehreren Ausbaumaßnahmen umfasste der Kinosaal bald stolze 667 Plätze. Als einziges Lichtspieltheater überstand das Kino die Bombennächte des zweiten Weltkrieges nahezu unbeschadet und gehörte somit zu den zehn ersten Kinos, die Ende Juli 1945 für die Zivilbevölkerung wieder geöffnet wurden. Nach Knopfs Ausscheiden führte Martha Struckmeyer das Kino weiter (Knopf verstarb vermutlich 1938 in Bergedorf). 1965 wurde das Kino zum „Eros Cine-Center“, 1974 wieder nostalgisches „Hollywood-Kino und Varieté“ durch Fox/MGM für B. Koschmeier erneut umgebaut. Heute befindet sich hier die Discothek „Dock´s“, die mit regelmäßigen Filmvorführungen an alte Traditionen anknüpft und zu Recht mit der Bezeichnung wirbst, „das älteste Kino der Stadt“ zu sein. Die hier gezeigte Aufnahme wurde von Heinz Fremke (oder einem seiner Mitarbeiter) im Februar 1950 geschossen und zeigte die mit großen Hinweistafeln auf das Jubiläum geschmückte Hausfassade.  


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