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Erster CINERAMA-Film läuft in einem Hamburger Kino

Zu Beginn der 1960er Jahre war der Konkurrenzkampf zwischen dem immer beliebteren „Pantoffelkino“ Fernsehen und den Lichtspieltheatern in eine entscheidende Phase getreten. Waren in den Jahren zuvor noch Farb- und Breitwandfilme, ja sogar 3-D- und Geruchskino, als geeignete Mittel von Seiten der Kinobetreiber forciert worden, kam nun ein ganz neues Vorführsystem zum Einsatz, dass den Effekt des räumlichen Sehens durch eine möglichst große, leicht gekrümmte Leinwand und den Einsatz von drei Kinoprojektoren gleichzeitig ermöglichen sollten. Bereits 1952, also knapp zehn Jahre zuvor, hatten die Paramount-Studios in Hollywood das Filmformat „Cinerama“ mit einem Seitenverhältnis von 3:1 entwickelt, für das in der Tat mindestens drei Projektoren notwendig waren (zuzüglich einem weiteren Projektor für die separate Filmrolle mit 7 Magnettonspuren). Die optische Wirkung des neuen Verfahrens soll Zeitzeugenberichten zufolge schon beeindruckend gewesen sein, wenngleich bald Schwierigkeiten auftraten, die Laufgeschwindigkeit der verschiedenen Projektoren immer absolut Synchron zu halten – außerdem störten häufig die Übergänge zwischen den drei Bildteilen, die deswegen schon bei den Dreharbeiten nicht selten durch Bäume, Masten oder ähnliches verdeckt wurden, was aber wiederum den Gesamteindruck des Bildes schmälerte. Außerdem erwies sich die Technik, die zwar auf herkömmlichen 35-mm-Film basierte, als sehr kostenaufwendig. Und pflege- sowie personalintensiv, da nun wesentlich mehr Kinoprojektoren zu bedienen waren. Trotzdem präsentierte das Hamburger Grindel-Kino am 31. Januar 1963 stolz den ersten Hollywood-Film, der mit diesem Verfahren hergestellt worden war: „Das war der Wilde Westen“, produziert von der Cinerama-Gesellschaft, verliehen von Metro-Goldwyn-Mayer, wies ein unglaubliches Staraufgebot auf: Vier renommierte Regisseure (John Ford, Henry Hathaway, George Marshall, Richard Thorpe), rund 30 Weltstars, darunter John Wayne, Carroll Baker, Lee J. Cobb, Henry Fonda, Karl Malden, Gregory Peck, George Peppard, James Stewart, Richard Widmark, Walter Brennan, Ken Curtis, Spencer Tracy als Erzähler – die Liste der Schauspieler las sich wie das „Who-is-Who“ von Hollywood. Obwohl das Interesse der Hamburger an dem Verfahren zunächst recht groß war, sollte sich am Ende der Einsatz der Technik nicht auszahlen: Nach einem letzten Cinerama-Film mit dem Titel  „Die größte Geschichte aller Zeiten“ (wiederum mit John Wayne), der noch 1965 im Grindel-Kino gezeigt wurde, wurde das Verfahren wegen der besseren Handlichkeit wieder zugunsten von Ein-Kamera-Systemen wie CinemaScope aufgegeben.

 


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