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Hamburger Filmbüro e.V. (1979-1994)


Das Logo des Filmbüros:

    Entstehung
    Beim "Filmfest der Filmemacher 1979" wurden nicht nur Filme gezeigt und gesehen, sondern auch Politik gemacht. Am Ende der einwöchigen Veranstaltung gaben die aus der ganzen Bundesrepublik angereisten Filmemacher/-innen die "Hamburger Erklärung" ab. Sie wollten nebeneinander und gemeinsam genreübergreifend Filme und Videos produzieren, und die "unabhängige Filmkultur im Hamburger Raum fördern" (Satzung des Vereins). Sie vertraten die Meinung, dass der Deutsche Film der 80er Jahre nicht mehr von Gremien, Anstalten und Interessengruppen fremdbestimmt werden sollte. Einige dieser Kreativen schlossen sich dann auch zum Hamburger Filmbüro e.V. zusammen und bekamen nach langen Verhandlungen drei Millionen Mark von der Stadt zugesprochen. Mit dem Geld sollte der Betrieb des Filmhauses und die kulturelle Filmförderung finanziert werden. Das besondere daran: Die Filmemacher/-innen wollten und sollten die Förderungsmittel selbst verwalten.

    Selbstverwaltung
    Zwischen der Hamburger Kulturbehörde und dem Verein Hamburger Filmbüro e.V. gab es eine "Vereinbarung über die Richtlinien für die Projektförderung". Die Fördergelder wurden demnach in zwei Schwerpunktbereichen im Verhältnis 30 zu 70 verteilt.

    70% der drei Millionen Mark gingen an Lang(spiel)Filme, die im Kino laufen. Einbezogen waren hier ausdrücklich auch Dokumentar- und Nachwuchsfilme. Die Obergrenze der Bezuschussung eines Filmes lag zuletzt bei 300.000 Mark.
    30% der Fördergelder gingen an "Filme, die durch die Raster gefallen sind", das sind z.B. Kurzfilme und/oder innovative Projekte aus allen filmischen und elektronischen Produktionsverfahren. Hier lag die Höchstfördersumme bei 80.000 Mark.
    Die Selbstverwaltung bestandt darin, dass der gesamte Förderungsablauf über das Filmbüro ging und die Gremien vom Verein Hamburger Filmbüro gewählt wurden.

    Jährlich wurden vier Gremien gewählt, die aus je drei Personen bestehen. Für jeden Schwerpunkt gab es zwei Gremien, eins aus Filmemachern (Profis) und eins aus Journalisten, Musikern, Malern, Wissenschaftlern usw. (Laien). Alle Gremien hatten den gleichen Etat zur Verfügung stehen. Durch die Wahl des Einreichtermins konnten Bewerber entscheiden, welchem Gremium sie ihren Film vorlegen wollten. Nach einer Ablehnung konnte der Film auch bei dem anderen Gremium eingereicht werden. Der Bewerber konnte den Antrag auch mündlich vor dem Gremium vortragen und somit wurde die Anonymität der Entscheidungsorgane aufgehoben.

    Jährlich wurden mindestens 400 Filme eingereicht, wobei nur 20 bis 30 Projekte gefördert werden konnten.

    Wer bekam Gelder?
    Außerhalb Hamburgs waren viele der Meinung, das Hamburger Selbstverwaltungsmodell sei ein Selbstbedienungsmodell. Die Statistik sagt aber, dass die Geförderten überwiegend nicht aus Hamburg kamen. Bedingungen gab es aber trotzdem. Der Film musste in Hamburg gedreht werden oder einen "kulturellen Hamburg-Bezug" haben. Über den Hamburg-Bezug entschied das Gremium.

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